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Kurzbeschreibung

Ich hatte Aufzeichnungen gemacht, die mir bei Razzien wieder abgenommen wurden, und wenn einer lächelnd ein auge zudrückte, dann verlor ich sie an den anderen. Der eine bestärkte meine Hoffnung, ich schrieb wieder auf Abfall- und Klopapier mit dem Bleistiftstummel, den ich aus dem schmutzigen Taschentuch wickelte, der andere bestärkte den Vorsatz, nie wieder ein Wort auf einen Fetzen Papier zu schreiben und diesen eingerollt oder winzig gefaltet zwischen Hemd und Haust, im Schuh oder Hosenbund zu verstecken. Doch die Hoffnung war so wichtig wie das Atmen, der Glaube so notwendig wie Essen und Trinken, aber der Zweifel blieb ein maßgeblicher Bestandteil.

Ich habe nach der Rückkehr diese verlorenen Aufzeichnungen aus der Erinnerung rekonstruiert, in Prosa umgesetzt und fast fünfzig Jahre zur Seite gelegt. Ich scheute davor zurück, da wiedereinzutauchen; das Leben hatte bereits andere Dimensionen angenommen. Heute bin ich dankbar, denn ich übergebe das ganze gestrafft und gereinigt, selbst überrascht.