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Kurzbeschreibung

Francisco de Goya. [Übers. von Eva Fritz und Otmar Binder. Hrsg. u. eingel. von Herwig Zens]
Enth. außerdem außerd.: Goya-Reflexionen / Herwig Zens


9. August 1775

Lieber Freund,

nicht weniger habe ich bei deiner edlen Denkweise von dir erwartet. Dein höchst willkommener Brief hat mir Mut und Hoffnung gegeben, dass mein armer Bruder doch noch zu irgendeiner Art von Anstellung kommen wird. Sonst würde er einfach so weiter machen wie bisher. Man muss abwarten. Ich habe ihm jedenfalls geschrieben, dass er sich an dich wenden kann.
Über den San Christo kann ich noch nichts sagen. Wenn du mir postwendend die Maße des Reliquiars zukommen lässt, werde ich das Bild anfertigen und es dir zusammen mit einem Brief und allem, was du dir sonst noch von hier wünschst, schicken.

Wenn dich Mitglieder meiner Familie um Geld bitten sollten: gib es ihnen und setz es auf meine Rechnung. Und wenn ich etwas für dich tun kann, dann lass mich das mit derselben Offenherzigkeit wissen, mit der ich mich an dich wende; du bittest mich nie um irgendetwas.

Mein Freund, Neuigkeiten gäbe es genug zu berichten, aber ich bin unter großem Druck und hab einfach die Zeit dafür nicht.
Ich nehme an, du hast meinem Schwager Francisco gesagt, dass wir befreundet sind, und er wird sich darüber gefreut haben.

Adios, dein dir von Herzen ergebener Freund, Goya.