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Kurzbeschreibung

Nicht von ungefähr kam mir die Idee, eine Hommage, eine Ehrenrede für unsere Großmutter zu schreiben. Je älter ich werde, umso mehr schätze ich ihr Lebenswerk, die Grundmuster ihres Lebens sind für mich bedeutsam geworden: Einfachheit, Reduktion auf das Notwendige, Askese, Ausdauer, Kampfeswille, vor allem die Erfüllung des Lebens jenseits aller materiellen Güter in einer Familiengemeinschaft zu finden. […]

Eine Welt, beschränkt auf die engste Heimat Leopoldschlag, geographisch vielleicht auf einen Kreis von 3 km. Eine Welt, die nur von einem erfüllt war: Arbeit, schwere manuelle Arbeit. Und von zwei Weltkriegen – zu Beginn des ersten Weltkrieges war sie 25-jährige Mutter einer 5 Monate alten Tochter und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war sie 50 Jahre alt, seit drei Jahren Schwiegermutter, ohne die heiß ersehnten Enkelkinder.

Sie lebte in einer Welt, die bestimmt war vom Zugriff der Kirche, des Pfarrers, der ohne den geringsten Zweifel das einzig mögliche Lebensmodell vorgab und überwachte.

Und doch war diese Welt auch geprägt von Fragen, die die Menschen jeden Zeitalters beschäftigten: Wer ist der Erste, wer hat das Sagen, wer definiert die Bedingungen des Zusammenlebens und die Hierarchien in der Familie?

Wer die wirtschaftlichen Grundlagen des Überlebens sichern konnte, wie die Muatta mit ihrer kleinen Pension, der schaffte an.

Auch bei einem kritischen Blick auf das Leben der Muatta, bleibt sie ein echtes Vorbild und Lebensmodell für mich.

(Michael Pammer)