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Kurzbeschreibung


Das Leben selbst / ist der Sinn

Aus dem Auftreten, der Physiognomie, der Körperhaltung, dem Blick, dem Gebaren eines Menschen schließen wir unwillkürlich auf sein Wesen, seinen Charakter. Wir orientieren uns in der Welt durch unseren Gesichtssinn, gewinnen so Einsicht. Die Welt nehmen wir in uns auf, sie dringt in uns ein, durch das Gehör.

Lesen ist das Hören mit den Augen, das ein ganzheitliches, die Sinne verbindendes Verstehen möglich macht, und das Eigene fürs Andere empfänglich werden lässt.


Rezensionen
WK: Dem Sand abgelauscht

„Mühe dich nicht. Hat Dein Gedanke Gewicht, wird er leichtfüßig schweben", heißt es in den Epigrammen von Emil Breisach, die in der Tat scheinbare Leichtigkeit mit großem Tiefgang verbinden. Auf schwebenden Wort- und Gedankenbrücken, die nur ganz wenige Autoren so umsichtig und weitsichtig zu begehen vermögen.

(WK, Rezension in: Kleine Zeitung, 26.4.2008)


Hedwig Wingler:

Der vierte Band von Emil Breisach in der Bibliothek der Provinz – nach „Klangstaub“, „Aderngeflecht“ und „Augenblicke des Zauderns“ – wird eingeleitet durch Manfred Mixner, der dem ehemaligen Rundfunkmann (u. a. Landesintendant von ORF-Landesstudio Steiermark) seit langem durch gemeinsame Arbeit und durch Freundschaft verbunden ist. Mixner nennt Lesen „das Hören mit den Augen“, wobei ganzheitliches, die Sinne verbindendes Verstehen möglich wird und so das Schreiben für Breisach als Modus der Teilnahme am politischen und kulturellen Alltag bis heute Bedeutung hat.

Als „diskret neugieriger Mensch“ wird Breisach beschrieben, und er suche immer „den richtigen, den angemessenen Abstand zu sich selber, zu den Dingen und zu den Menschen“. Nicht Abgeklärtheit, auch nicht Resignation vermitteln die Texte dieses Bandes, sondern der Verfasser, nunmehr schon fast zwanzig Jahre über das „Renteneintrittsalter“ hinaus, probiert immer noch aus, tastet seine Erfahrungen ab nach mitteilbaren Formeln, auch in Frageform, für dich und mich: „Als Originale kommen wir zur Welt / Was nötigt uns / als Kopien zu sterben“ (S. 33) Also wollen wir darüber nachdenken!

Vor allem die Epigramme, aber auch die Gedichte sind Zeugnisse von Witz im Sinne von Verstand: (S. 44)
„Vergiß nicht
wenn du die Nase rümpfst
zuvor sie zu putzen“

Weniger Lyrik als in den drei vorausgehenden Bänden, mehr Kritisches; dies entspricht Breisachs Bedürfnis, sich einzumischen, aber auch vom anderen Menschen zu erwarten, dass er über die Zusammenhänge von Öffentlichem und Privatem, von Lebenserfahrung und Literatur bzw. Sprache, durch die Lektüre dieser Reflexionen ein wenig nachdenkt, aber vergnüglich: (S. 55)
„Wir hocken alle / im Teig den wir rühren“

(Hedwig Wingler, Rezension in: korso. Das nachhaltige Magazin für Graz und die Steiermark [?], 8. Juni 2008)