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Kurzbeschreibung

Adalbert Stifter. [Ill. mit Fotos von Josef Pausch]


Es ist eine eigentümlich melancholisch sanfte Erinnerung, wenn ich nur den Namen dieser Woche nennen höre; ein Stück meiner Heimat und Kindheit, ein liebes, reines, feierliches Stück derselben kömmt mit dem Namen zurück. Selbst die Jahreszeit, in welche dieses Fest fällt, wirkt mit, um den Eindruck hervorzubringen, den es macht. Auf den Feldern, die meinen Geburtsort umgaben, war der Schnee bereits weg, aber sie lagen noch naß und schwarz vor der Sonne; die Luft war schon mild und blau, aber die Bäume standen noch mit dem schwarzen, laublosen Gitter in derselben; die Wiesen begannen sachte zu grünen, und an dem Bache und an den Wasserfäden der Wiesengräben liefen bereits dunklere grüne Säume mit der Knospe oder gar schon der Blüte der Butterblume, welche die Blume bei uns zu Hause den schönen Namen Osterblume führt – die ganze Frühlingssehnsucht, in allen Wesen, besonders aber in Kinderherzen lebendig, schlug bereits in heller Lohe auf: da kam noch die Charwoche dazu, diese magische Woche voll religiöser Feier und Gefühle, voll Mysterien und Geheimnisse, die mit zauberhafter Gewalt auf die jungen Herzen wirken.