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Kurzbeschreibung


Alfons Jestl. Zeichn. von Thomas Resetarits


Der Ertrag zerrinnt

bienen fliegen in die narben bunt-
strichiger dunkelheit des flügelschlags
farbträchtigkeit summt der erinnerung
kalt-froh-blütig der ertrag zerrinnt
von bild zu bild klag-schrei-springend-los




Rezensionen
Christiana Ulz: Im Dialog von Innen- und Außensicht treten zugeschwiegene Gletscherspalten örtlich-naher und weltweiter Tragödien zu Tage. (DL)

Wenn sie "ins fenster lächelt die/fee der traurigkeit", reißt der Alltag in seiner Oberfläche auf, Gedanken steigen aus der Tiefe und zerschneiden Klischees, Scheinheiligkeiten und Phrasen messerscharf. Die golden verbrämte Geschichte Österreichs büßt ihren Lackglanz ein und auch wenn am Schanktisch "die fama tröpfelt" und "der alten wille himmel-reicht", färben sich das Tiefschwarz, das Blütenweiß der Vorverurteilungen und die verdrängungsdicke Grauschicht täglich erlebter und hingenommener Missstände blutrot in den Wörterwunden, die wir uns gegenseitig schlagen. Und doch bleiben die Menschen "ge-gott-schöpflich" und "hoffend ver-/blüht die schwere".

Menschliche Tragödien werden in nüchterne Worte gespalten, bei neu zusammengesetzten Namen genannt und so in umdefinierte Bahnen gelenkt, in denen Änderung zumindest denkbar wird. Wie in den Texten wird in den Illustrationen Konkretes in Linien, Flächen und Konturen zerlegt, gedreht, gewendet, durchmeditiert und neu aneinandergefügt. Man meint, im Hell- und Dunkelgrau Bekanntes zu erkennen, verhakt sich jedoch in Brüchen und Ungereimtheiten und erkennt schließlich ausgeweitete Perspektiven in den Licht- und Schattenwelten. Für weiter und tiefer denkende AnhängerInnen von moderner Lyrik sehr empfehlenswert.

(Christiana Ulz, Rezension für: bn.bibliotheksnachrichten, [?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=47503&rezid=27005