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Kurzbeschreibung

Sie war nicht Anfang und nicht Ende. Ich bin nicht Anfang und nicht Ende. Meine Tochter wird nicht Anfang und nicht Ende sein. Kleine Schritte auf einem langen Weg. Wir reichen Prägungen weiter. Die eine an die andere und die andere an die nächste. Eine sagt der anderen, wie das Leben ist. Und so ist das Leben dann auch. Zuerst raunt es uns der Puls zu. Später nehmen wir es wahr am Seufzen, am Lachen und am Geschmack der Tränen.

Unsere gemeinsame Zeit ist begrenzt. Niemals können wir einander ganz verlassen, vergessen. Wozu auch? Die wir bei der einen Türe hinausschickten, käme unverdrossen bei der anderen herein.

Von wo soll ich Dich betrachten? Wo mich hinstellen, um Dich zu verstehen? Zu sehen. Wie mich Dir nähern? Wie verstehen, was Dir selbstverständlich, unausweichlich, erstrebenswert war?

Schlägst Du die Augen auf, oder wurden sie Dir aufgeschlagen? Im Jahre 1914, im ersten Jahr des ersten Weltkrieges. Was weckte Dich jeden Tag? Die Mutter, neben der Du liegst im Ehebett, in dem auch der Vater und die ältere Schwester liegen. Bist Du manchmal nachts aufgewacht und hast im Fensterkreuz den Mond gesehen?

Oder hast Du beruhigt dem Schnarchen und Seufzen gelauscht, Wortfetzen im Traum, betäubt vom Geruch der Pferde, der mit Deinem Vater ins Bett gekommen ist? Eine Mischung aus Tabak, Stall und Schnaps. Gab's Vorhänge oder war's zu früh, als daß das Tageslicht Dir hätte ins Gesicht scheinen können? Zur Morgenstund.