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Kurzbeschreibung

[Katalogred.: Gabriele Spindler ...]


Mit der Bearbeitung des Phänomens der Neuen Sachlichkeit fokusiert dieses Buch einen Aspekt der Kunst der Zwischenkriegszeit, die insgesamt als eine der interessantesten jedoch auch widersprüchlichsten innerhalb der Entwicklung des 20. Jahrhunderts in Oberösterreich gesehen werden kann. Nachdem schon vor dem Ersten Weltkrieg vor allem mit der Gründung der Künstlervereinigung MAERZ erste Schritte eines sezessionistischen Um- und Aufbruchs in Oberösterreich gesetzt worden waren, vermittelte sich im Laufe der 1920er Jahre eine immer akzentuiertere Kunstszene, die durch die Gründung weiterer Künstlervereinigungen, die Etablierung einer Kunstschule durch den Kölner Maler Matthias May und verschiedene Ausstellungen im oberösterreichischen Landesmuseum wertvolle Impulse erfuhr.

Während sich die Skulptur – durch das über Jahrzehnte dominierende Beschäftigungsfeld des Immaculatadoms – erst langsam aus einer am historischen Vorbild orientierten Umklammerung herauslösen konnte, zeigten sich die zeitgleiche Malerei und Zeichnung mit der Favorisierung einer nüchternen bzw. sachlichen Bildsprache innovativer. Somit muss auch die vor dem Hintergrund einer internationalen Kunstentwicklung immer wieder gestellte Frage nach dem restaurativen Charakter des Realismus der 1920er Jahre im Zusammenhang mit der oberösterreichischen Situation und dem spezifischen Hinweis auf das Fehlen einer vorausgegangenen Avantgarde mit anderen Vorzeichen beantwortet werden. Zwischen Wien und München, den bevorzugten Ausbildungstätten der oberösterreichischen Künstler, hatte in Linz weder eine Form des Expressionismus noch der Abstraktion stattgefunden. Positionen der Neuen Sachlichkeit in Oberösterreich folglich als »Nachexpressionismus« zu beschreiben, findet mit Ausnahme des künstlerischen Werks von Aloys Wach keine Bestätigung. Allerdings hatte Wach selbst längere Zeit in Deutschland gelebt und somit auch an anderen Diskussionsfeldern in Berlin und München partizipieren können.