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Kurzbeschreibung

Siege und Niederlagen liegen nicht nur als zwei Seiten einer Medaille knapp beisammen, sie funtionieren auch auf ähnliche Weise, etwa hinsichtlich des Aufwandes an Energie. Den Protagonisten dieser zwanzig episodenhaften Erzählungen ist eines gemeinsam: Ein bestimmtes Ereignis bringt schon im Augenblick der Wahrnehmung Veränderung in ihre nur scheinbar geordnete Lebenswelt.


Rezensionen
Helga Pankratz: Schicksale en miniature

Extrem abwechslungs- und damit einfallsreich sind die Plots der insgesamt 20 Kurzgeschichten, die Ilse Hartl hier als beeindruckende Arbeitsprobe ihrer erst im Alter von 60+ begonnenen Karriere als Autorin abgibt. Ganz unspektakulär sind die handelnden Personen und ausdrücklich nicht exotisch die Orte des Geschehens: die Kommunikation einer Pensionistin mit einer Stubenfliege, eines Enkerls mit der zunehmend dementen Oma, einer Hinterbliebenen mit einer streunenden Katze am Gartentor des geerbten Anwesens; aber auch "aufregendere" Inhalte, wie die realistisch begründet scheinenden Sorgen der Mutter einer 40-Jährigen, er könnte der gesuchte Täter einer Vergewaltigng sein, welche sich nach qualvollen Tagen des Vermutens und Nachprüfens als unbegründet erweisen. Oder: dass eine Joggerin an einem schönen Sonntagmorgen vom Querschläger aus einer beim Hausumbau entdeckten Wehrmachtsmauser getötet wird.

Keine großen Dramen, lauter Dinge, die "leicht daneben" sind bzw. gehen. Das alles ist erzählt in einer durchgehend gediegenen Sprache von eleganter Wortwahl und mit Stil. Manchmal, nur ganz selten und ansatzweise, scheint (mir) diese gewählte Ausdrucksweise um eine winzige Nuance zu perfekt zu sein.

(Helga Pankratz, Rezension in: WeiberDiwan. Die feministische Rezensionszeitschrift, Winter 2013/2014)


http://weiberdiwan.at/cms/wp-content/uploads/2014/10/WeiberDiwan__2013-02.pdf