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Kurzbeschreibung

Die kleinen Konzentrationsstriche sind es wohl, die dann jene Umwege anzeichen, die einen neuen Zugang öffnen: Sie können auch in Form von Wörtern erscheinen, die sich wie Bilder einführen in das Betrachterauge, das ständig weiter geführt wird, weiter assoziiert und sich erinnert, dass noch viel mehr Bildwelten anzusprechen sind – und doch die Konzentrationsstriche den zusammenfassenden Unterschied ausmachen. Nachzudenkendes ist aber in dieser Strichverschränkungswelt immer zumindest eine Emotion unabhängiger als die Schritte im Gedankenfluss und in den Vertiefungen der Zuordnungsfelder des Bedeutenden wie auch des Bedeuten. Unabhängiger auch in den Ordnungsstrukturen dessen, was als Schreiben und was als Zeichnen Geltung haben könnte: Gibt es hier doch so viele Titel und Typologien, sowie Zusammenfassungen und Zusätze, die alle miteinander wachstumsfreundliche Ansprüche auf ein Zusammenleben erheben, das entwicklungsorientiert zu gestalten ist. Eines erwächst aus dem anderen, weiteres wird immer möglicher und wohl wahrscheinlicher dann.

Denn: es winken die Konzentrationsstriche das Vagabundierende in Strömungen weiter, tiefer und breiter auch die Kräfte bündelnd zur Zuversicht des langfristig geheimnisvoll Durchschaubaren; ein wenig gegen die Verlustängste anwogend, gegen die Aushöhlungen des zu Selbstverständlichen – und nicht nur im Zweifelsfall stets für die Kunst fließend. Und alles, was hier dahinter steht. Und mit ihr geht.

Apropos „gehen“: Zum Ausgang ist hier jederzeit zu kommen, jedoch ein wenig konzentrierter gestrichen in jedem Einzelfall – dem (auch mit Lächeln durchsetzten) Ernstfall.


Die „Ernstfälle“ von Peter Assmann sind Einfälle der Linienkunst in Wort und Bild, die ernst genommen werden wollen – aber nicht zu ernst. Der Betrachter soll – gleichsam lesend, also den Linien folgend, diese zusammenführend und mit eingespeicherten Bedeutungsmöglichkeiten kombinierend – in diese poetische Welt „hineinfallen“ – aber nicht zu tief: Der einzelne Ernstfall wird durchaus vom nächstfolgenden ein wenig infrage gestellt und schließlich vom darauf folgenden noch mehr – um Poetisches nahe dem Ironischen erkennbar zu machen.

In seinen Graphiken ist Peter Assmann zumeist Graphiker im eigentlichen (alt-griechischen) Wortsinn: Er schreibt und zeichnet in einem, verbindet Wortbilder und Bildbilder, gestaltet aus dem solchermaßen Verwobenen (Text-Textil) eine eigenständige Erfahrungswelt voller unterschiedlich aktivierbarer Bezugssysteme.