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Kurzbeschreibung

[Red.: Margit Zuckriegl …]


Vera Isler ist eine Künstlerin, die in den fast fünf Jahrzehnten ihrer kreativen Tätigkeit viele Facetten des künstlerischen Handelns umgesetzt hat. Sie startete mit Textilobjekten, denen sie neben dem Organischen der natürlichen Werkstoffe durchaus auch eine rationale und konstruktive Seite abgewinnen konnte - eine Haltung, die sie beibehielt, als sie ihr künstlerisches Material immer mehr in anderen, technischen, naturwissenschaftlichen Bereichen suchte. Ihre "Programmierungen" genannten Reliefs befassten sich schon in den 1970er Jahren mit den heute so aktuellen Thematiken aus dem Bereich der Genetik und der biologischen Forschung.

Vera Islers künstlerischer Ansatz war schon in diesen Arbeiten die Transformation: Ihr Interesse galt den Veränderungen, die Experimente und Manipulationen im Erbgut des Menschen auslösen können, und den Fragen nach dessen Entstehung in den kleinsten Bausteinen - umgesetzt in skulpturhafte Gestaltungen, Reliefs und Schrift-Bilder greift sie das Serielle und Sequenzielle von Diagrammen und Versuchsreihen für ihre bildnerischen Kompositionen auf.

Bald tritt die Fotografie zu der Palette der bildsprachlichen Möglichkeiten im Werk von Vera Isler hinzu und soll gerade in den vergangenen beiden Jahrzehnten zum dominanten Ausdrucksmittel ihrer künstlerischen Ideen werden. Anfangs stehen neben den Porträts, etwa von "Menschen über Achtzig" noch dokumentarische Aufnahmen aus dem gesellschaftlichen Kontext, Serien aus der Schwulenszene in den USA oder einer prekären Jugendkultur am Rande des gutbürgerlichen Stadtmilieus. Ab den 1990er Jahren tritt die Bildnisfotografie gänzlich in den Mittelpunkt ihres Interesses.

Mit den beiden Serien "Face to Face" und "Face to Face" II ist es nochmals das spezielle Genre des Künstler-Porträts, das bezeichnend für das Arbeiten von Vera Isler geworden ist. Sie arbeitet nach einem strikten Plan, der einer bestimmt artikulierten Struktur unterworfen ist: Die von ihr kontaktierten Künstler werden als Gegenüber des Betrachters gesehen. Sie zeigt sie fast immer in der Atmosphäre ihres jeweiligen Studios, in Gesellschaft der eigenen künstlerischen Arbeit - und doch gelöst, fast entspannt der Fotografin entgegenblickend, gleichsam wie im Gespräch angehalten, wie einen Gast begrüßend.