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Kurzbeschreibung



Auf zwei Erzählebenen wird das Leben zweier Frauen porträtiert, deren eigene Wünsche und Gefühle sie immer wieder in die Abhängigkeit vom anderen Geschlecht treiben. So schreibt dieser Roman fort, was sich auch in der Geschichte der Geschlechter fortzuschreiben scheint. Ein Ausweg wird nicht angeboten, doch erhellt den vorgezeichneten Weg ein neues Licht.

"Ich beendete jeden Tag mit dem Vorsatz, morgen weiterzumachen, wo ich heute aufgehört hatte, sofern ich nur wieder erwachte. Falls es dies ist, was man Altersweisheit nennt, dann war ich vor der Zeit und innerhalb dieses einen Sommers alt geworden. Und solange mich meine Erinnerungen nicht bedrängten, war es gut. Das Haus war meine Burg. Ich verschanzte mich darin. Die Vergangenheit würde keine Chance kriegen, mich zu überfallen. Die Türklingel ließ sich abstellen."


Rezensionen
Eva Riebler-Uebleis: Vom Älter- und Weiserwerden

In ihrem nunmehr siebten Roman bzw. Erzählband weiß Maria Eliskases immer noch Autobiografisches zu berichten. Und vorweggenommen, diese Innensicht des Lebens macht das Werk so interessant. Die Autorin Elsa kommuniziert mit der Romanfigur, einer älteren Frau, die sich nicht nur aus dem aktiven Berufsleben sondern auch aus dem Sexualleben zurückgezogen hat. Sie hat in einem einsamen Haus ihres Erbonkels eine ruhige Bleibe gefunden und genießt nun den Garten in seiner Abgeschiedenheit. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche und zwar auf das Wachsen und Gedeihen der Natur. Sie bezeichnet sich selber als "Gärtnerin" und hegt keinerlei Ehrgeiz das Haus so richtig zu restaurieren oder im nur 9 Kilometer entfernten Ort, in dem sie in der Apotheke arbeitete und ein "Dienstag-Verhältnis" mit dem Apotheker hatte, wieder soziale Kontakte zu knüpfen.

Zu dieser imaginären Beziehung zwischen Schriftstellerin und Gärtnerin wird noch eine reflektierende eingeschoben, die zwischen Schriftstellerin und ihrem Kritiker. Sie sind meist verschiedener Meinung und daher gibt dieser Diskurs dem Werk eine weitere Spannungsebene. Beide besuchen die Orte der Handlung, z.B. die Waldvilla in der die Romanfigur zu leben hat. Diese Begehungen intimisieren das Verhältnis zur Kunstfigur. Außerdem ist durch die Debatten mit dem Kritiker jegliche Gefühlsduselei von vornherein minimiert.

Wie die Autorin die Schriftstellerin in ihrem Werk sagen lässt, ist das Handwerkliche, sind die Kniffe beim Schreiben nicht das Wichtigste, obwohl gerade die Kunstgriffe äußerst gut gelungen sind. Einen Vorfall zu sehr zu sezieren und zu rückwärtsgewandt zu sinnieren, nähme dem Leser die Möglichkeit, sich persönlich beeindrucken zu lassen - auch dies hat Eliskases wie ihr alter Ego vortrefflich gemeistert! Und so ist dieser Roman nicht nur vielschichtig sondern wirklich beeindruckend sowie spannend geworden und lässt soviel Liebe und Wärme zu den und in den Personen spüren.

(Eva Riebler-Übleis, Rezension auf der Webseite der LitGes. Literarische Gesellschaft St. Pölten, [?])


http://www.litges.at/litges3/index.php?option=com_content&view=article&id=2567:maria-eliskases-frauenschuh-rez-eva-riebler-uebleis&catid=13:buch&Itemid=17

Sabine Eidenberger: Ein vielschichtiger Frauenroman mit spannender Erzählstruktur. (DR)

Ein interessanter, wenn auch nicht unbedingt leicht zugänglicher Roman um zwei Frauen: die Autorin Elsa und die von ihr geschaffene Figur, "die Gärtnerin". Der Roman bewegt sich auf und zwischen diesen Erzählebenen. Die beiden Frauen scheinen einander zu beobachten, jede von ihrer Ebene aus, aus ihrer Perspektive. So kommunizieren sie gewissermaßen miteinander. Außerdem gibt es da noch den Kritiker, der seinem Namen alle Ehre macht und Elsa scheinbar bei all ihren Zusammenkünften kritisiert.

Somit ist das Buch auch ein Roman über das Schreiben mit all seinen Höhen, Tiefen, Blockaden und Einfällen. Es ist ein Buch über das Leben - das wirkliche und das erfundene. Vor allem aber ist es ein Buch über das Leben als reife Frau, über Abhängigkeiten, Beziehungen und Selbständigkeit. Ein sehr vielschichtiger Roman, der für größere Bestände geeignet ist.

(Sabine Eidenberger, Rezension in: bn.bibliotheksnachrichten 2014/1 [?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=155540&rezid=43817

Kronen Zeitung:

Den Namen einer Blume wählt Maria Eliskases, die im Salzkammergut zuhause ist, als Titel für ihren Roman "Frauenschuh", in dem sie zwei Frauenleben verbindet. Sie verfolgt darin eine Erzählerfigur, die selbst schreibt und gibt Einblicke in die Hürden und Widrigkeiten, die mit dieser Arbeit verbunden sind. Auch Beziehungen zu Mitmenschen werden auf den Prüfstand geschickt und Träume mit Gemälden verbunden. Als Gegenspielerin tritt eine poetische Kunstfigur auf, eine Gärtnerin. Auf zwei Erzählebenen wird das Leben zweier Frauen porträtiert, Wünsche und Wirklichkeit reiben sich aneinander. Der Roman spielt sich geografisch zwischen Donau und Inn ab.

(Rezension in: Kronen Zeitung, Ausgabe Oberösterreich, 27. Dezember 2013)