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Kurzbeschreibung

Viel Geschwätz und wertloses Geld! Die Welt will betrogen sein. Bedenkt doch, das Korn reift nicht über Tag und Nacht. Im Bergland erst recht nicht, gar dann, wenn ein grober Winter einfällt, liegen zwischen Aussaat und Ernte zehn volle Monate. Eine lange Zeit des Wartens, gleich beim Weib, das schwanger geht.

In der zweiten Augustwoche kommt der Bub an! Herrgott, hab' Dank! Wir werden ihn Laurenz rufen.

Denkt Simon daran, daß er für seinen Sohn einen Namenspatron erkoren hat, der von den Heiden aufs Kreuz gelegt, auf glühenden Kohlen geröstet worden war und dabei furchtbare Qual und den Tod hat hinnehmen müssen? Es hat seine Richtigkeit, die Kirche hat sich des Blutzeugen angenommen und ihn zur Ehre der Altäre erhoben. Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind, und daran hält sich die Würzlin. Alljährlich gräbt sie an seinem Gedenktag in der Mittagsstund zwischen elf und zwölf die Erde um und findet tatsächlich winzige Reste verkohlten Holzes, das sie ehrfurchtsvoll aufhebt und verwahrt. Windet sich ein armer Teufl von Krämpfen geplagt in seiner Kammer, greift die Würzlin vertrauensvoll nach ihren verborgenen Arzneimitteln und hilft. Gegen Kolik schwört sie sich auf Laurenzikohle ein, doch sie geht äußerst sparsam damit um; wo käme sie hin, würde sie jeden verklemmten Furz und anderes Bauchweh ernst nehmen.