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Grasfischen | Travolovke

in dreizehn Sätzen ; Texte und Bilder | v trinajstih stavkih ; pesmi in podobe

Gertrude Maria Grossegger, Günter Egger

ISBN: 978-3-99028-204-5
17 x 24 cm, 70 S., Ill.: vierf.; Text dt. u. slowen.
€ 24,00
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Kurzbeschreibung

grasfische, 1. satz: losziehend

was sage ich wenn ich gras sage
ist da alles in dem wort
gras

was ist in dem wort schon gewesen
vor dem gras
und was ist in dem wort gras
nach dem gras

vielleicht ist es
gras aber doch ist es nicht das
was gras ist
was bist du für dich selbst
gras

redest mir immer zu
redest auf mich ein
redest dir den tau aus den rippen
so viel redest du

und ich will dich fassen
und ich brauche ein gefäß
und ich fülle hinein
lautfasern

[…]


Rezensionen
Walter Titz: Poetische Kraftzellen

Der Germanist Gerhard Fuchs spricht in seinem profunden Nachwort vom "Sehnsuchtsraum, in dem sich das Verhältnis des Ich zur Welt in lyrisch-musikalisch durchkomponierten Sätzen als sorgsam inszeniertes Textbild-Kaleidoskop präsentiert". Das klingt sekundärliterarisch bedingt spröder als sich Gertrude Maria Grosseggers neues Sprachkunstwerk "Grasfischen" als Primärtext liest.

Gewiss, die steirische Autorin nähert sich "in dreizehn Sätzen" einem äußerst komplex verzahnten Ganzen aus Außen- und Innenwelten. Es ist aber zunächst einmal die pure Schönheit der Sprache, welche in die lyrische Komposition zieht, ein starker Sprachfluss, ein wahrer Sog der Wörter und der Bilder hinter den Wörtern: "wenn ich alles zusammenzähle/ die reime abschlage und verheize/ das astauge zudrücke/ kommt unterm strich das meer heraus" oder "libellenaugen aufgescheucht/ von hier nach da/ aufgebauschte tobsuchtsflügel".

Der Kärntner Grafiker Günter Egger steuert zur feinen Publikation (die im nächsten Rennen um den Titel der schönsten Bücher nicht fehlen sollte) Bilder von Treibgut bei. Ihrerseits Belege einer Weltsicht, in welcher die kleinste Realie zur poetischen Kraftzelle wird. Ana Jasmina Oseban übernahm die Aufgabe, Grosseggers inspirierten Text ins Slowenische zu transformieren.

(Walter Titz, Rezension in: Kleine Zeitung, 3. Mai 2013)


http://www.kleinezeitung.at/s/kultur/4047133/Poetische-Kraftzellen

Petra Ganglbauer:

„Rückgebunden“ an den Raum der Musik vollzieht Gertrude Maria Grossegger poetische Setzungen und Markierungen in ihrem neuen Lyrikzyklus, indem dieser aus 13 Sätzen gebaut ist. Die knappen, aufgeladenen und zugleich durch die ihnen immanente Leere weithin schwingenden Sequenzen kreisen um (Garten)mystik und Innerseelisches, um Schmerz, der den Wesenheiten implementiert ist ebenso wie um Beziehungsfelder.

Die Sprache mutet mitunter wie Geflüster an, rhythmisierte, gewisperte Wirklichkeit, die an den Rändern von Sein und Nicht-Sein gesprochen wird. Manche der Verszeilen bestehen aus lediglich ein, zwei Worten – gerade dies macht die Textur so fragil, als ob sie ziseliert wäre oder als ob sie das Leben in seiner ganzen Verletzlichkeit spiegle.

Das Vegetabile zieht sich durch den Zyklus wie das Meer es tut – und auch der Stein verkörpert das ganze Gewicht des Lebens in diesem durch ausnehmend stimmige, weil nicht abbildende Bilder von Günter Egger ergänzte Werk.
Empfehlenswert!

(Petra Ganglbauer, Rezension für: Gangway Reviews, 25. Juli 2013)


http://www.gangway.net/reviews/grossegger.html