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Kurzbeschreibung

Gerbert Frodl. Agnes Husslein-Arco (Hg.)
Belvedere-Werkverzeichnisse ; 3


Kunsthistorisch reiht sich Makart nahtlos in die Entwicklung der Wiener Kunst seiner Zeit ein und stellt ein unverzichtbares Verbindungsglied zwischen dem Historismus und der Kunst des ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Fin de Siècle dar. Seine Popularität verschaffte er sich mit den Sensationsbildern, die er mit literarisch-historischen Bezügen legitimierte, wie dem monumentalen Werk "Venedig huldigt Caterina Cornaro" oder "Der Einzug Karls V. in Antwerpen", die in ihrer Sinnlichkeit gleichzeitig den Skandal provozierten. Diese breite Popularität eröffnete Freiheiten, die das Mäzenatentum ersetzten und die Möglichkeit für künstlerische Entwicklungen bot. Die Verselbständigung als Künstler brachte eine Nobilitierung der Farbe mit sich: Makarts heute sprichwörtlichem Farbenrausch liegt ein Arbeiten vom Material her zugrunde, das sich in der Überwindung der fest an Narratives gebundenen Historienmalerei hin zu einer rein sensuellen Malerei vollzieht. Dieser physisch-haptische Einsatz der Farbe charakterisiert Makart als mächtigen Vorboten der Moderne. Seine Kunst ist nicht, wie in der Literatur oft fälschlich behauptet, ein von der Wiener Secession abgelehnter und letztlich hinter sich gelassener Ansatz, sondern diente ihr vielmehr als eines ihrer Vorbilder. Sein Schaffen bildete eine der Grundlagen für das Streben der Secessionisten nach dem Gesamtkunstwerk.

Gerbert Frodl führte seine Forschungen über all die Jahrzehnte bis heute akribisch fort und erweiterte sein privates Makart-Archiv zudem kontinuierlich. Dies ermöglichte ihm in vielen Fällen eine neue Beurteilung der Gemälde und führte zur Kenntnis und Neuaufnahme unbekannter Werke weltweit. Somit war mir klar, dass nur er als der Makart-Experte schlechthin dazu berufen sein konnte, ein grundlegend überarbeitetes Werkverzeichnis des Künstlers zu erstellen.

(Agnes Husslein-Arco)


Rezensionen
Werner Rosenberger: Makart, der Maler der Sinne

Werkverzeichnis des Malerfürsten und Chefdesigners der Ringstraßen-Zeit Hans Makart.

Monumentalschinken und die üppigen Schönheiten auf seinen Historienpanoramen haben Hans Makart zum Superstar seiner Zeit gemacht. Sein exzessiver Einsatz von Farbe charakterisiert den Maler als einen mächtigen Vorboten der Moderne, dessen immense Bedeutung in der österreichischen Kunstgeschichte heute unbestritten ist.

Makart war einer der ersten Medienkünstler, der seine Person in allen möglichen Historienkostümen, seine beiden tragischen Ehen, seine angeblichen Liebesgeschichten mit zahlreichen Modellen gegen Bezahlung preisgab. Die Mädchen der Wiener Gesellschaft standen bei ihm Schlange, um so unbekleidet wie möglich auf eines seiner Bilder zu kommen.

Die befreundete Burgschauspielerin und gefeierte Tragödin Charlotte Wolter stattete Makart mit kostbaren Kostümen als Cleopatra oder Messalina für die Bühne aus. Dann malte er sie in diesen Rollen, was Makart zu Aufträgen aus der besseren Gesellschaft, der Wolter zu Reichtum und zur Ehe mit einem schottischen Grafen verhalf.

Jetzt ist der aktualisierte, grundlegend überarbeitete Werkkatalog des „Malers der Sinne“ erschienen. Gerbert Frodl, renommierter Makart-Forscher und von 1992 bis 2006 Direktor des Belvedere, hatte bereits im Jahr 1974 das erste, für vier Jahrzehnte maßgebliche Werkverzeichnis vorgelegt und damit wertvolle Pionierarbeit geleistet. Frodl führte seine Forschungen über all die Jahrzehnte bis heute akribisch weiter und ergänzte sein privates Makart-Archiv kontinuierlich. Dies ermöglichte ihm in vielen Fällen eine neue Beurteilung der Gemälde und führte zur Kenntnis und Neuaufnahme unbekannter Werke weltweit.

(Werner Rosenberger, Rezension in: Kurier, 30.12.2013)


http://kurier.at/kultur/kunst/makart-der-maler-der-sinne/43.195.492