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Kurzbeschreibung

Prof. Erich Steininger ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Druckgrafiker Österreichs. Im Zentrum seines Schaffens steht der Holzschnitt. Zeichnungen, Radierungen und Lithographien ergänzen sein künstlerisches Repertoire.

Nach dem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste nützte Erich Steininger (geb. 1939 in Oberrabenthan, Waldviertel, Niederösterreich) seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Holzschnitt in der Tradition des deutschen Expressionismus.

Zu Anfang standen gegenständliche Szenen aus seiner Waldviertler Heimat im Vordergrund: ländliche Szenen wie Ernte oder das Leben im Dorf generell, Landschaften. In der Folge lösten sich die figurativen Elemente immer mehr zugunsten schwarzweißer Liniengeflechte auf, die noch heute charakteristisch für Erich Steiningers Arbeiten sind. Ohne das Thema der menschlichen Figur gänzlich zu verlassen, hat er vor etwa zwei Jahrzehnten begonnen, seine im weitesten Sinne realistische Formensprache in eine qualitätsvolle abstrakte Ebene zu überführen.

Ihren Höhe- und Wendepunkt findet diese Entwicklung in der 56 Holzschnitte umfassenden Grafikmappe „Körper“ (1988) und einem großformatigem Buch, das er direkt von diesen Stöcken drucken ließ.

Figuren werden zusehends zeichenhaft, Linien selbst werden zum Bildthema. „Körper wird Land“ nennt Steininger umfangreiche Werkblöcke, in denen er figurative und abstrakte Formen zu einer Art engmaschigem Dickicht formt. Erzielt wird dieser Effekt durch das um 180° gedrehte Übereinanderdrucken derselben Platte und durch Kombination mehrerer einmal auf dem Kopf, einmal mal richtig herum stehender unterschiedlicher Druckplatten.

Auf diese Art und Weise entstehen Schichtungen und Verdichtungen von immenser räumlicher Tiefe. Die Einzelblätter (120 x 100 cm) werden gerahmt und „auf Stoß“ gehängt, was zu enormen Größen führt.

(Hartwig Knack)