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Jauchzet, frohlocket!

Kirchenkrippen, Krippenaltäre und weihnachtliche Bilddarstellungen in den Kirchen der Diözese Linz in Oberösterreich ; Band 1: Südlich der Donau (ohne Linz)

Elisabeth Maria Wimmer

ISBN: 978-3-99028-107-9
28 x 24 cm, 360 S., überw. Ill.: vierf.
€ 44,00
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Kurzbeschreibung

Darstellungen des weihnachtlichen Geschehens gehören neben jenen der Kreuzigung Christi zu den beliebtesten Motiven der christlichen Kunst. Auch Oberösterreich besitzt hiefür eine Fülle schöner und interessanter Beispiele, wie mit dieser Publikation eindrucksvoll bewiesen wird. Seien es Bildwerke auf spätgotischen Altartafeln, die Predella mit den Figuren der Huldigung der Hl. Drei Könige am berühmten Pacheraltar in St. Wolfgang, Darstellungen aus dem Barock, wieder mehr geachtete Werke der Nazarener oder die vielen Weihnachtskrippen nicht nur im Salzkammergut, immer ist es die bildhafte Verlebendigung vom „Wort, das Fleisch geworden ist“ (Joh. 1,14).

Egal, ob es sich um orientalische oder heimatliche Krippen handelt, sie künden uns nicht nur vom „Gloria“, sondern auch vom „Frieden auf Erden“, den wir so sehnlich wünschen. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Weihnachtskrippe in Oberösterreich - 1603 in der damals von Jesuiten betreuten Minoriten- bzw. Landhauskirche in Linz - gibt es die verschiedensten Bemühungen, dem Geheimnis der Menschwerdung Christi auch volkstümlich gerecht zu werden. Kein anderes Thema der religiösen Volkskunst hat eine derart vielfältige Weiterentwicklung erreicht, sowohl was das Material als auch die Gestaltung betrifft, wie die diversen Krippendarstellungen. Dank der höchst zeitaufwendigen und intensiven Recherche dürften auch einige neue Erkenntnisse vorliegen, jedenfalls ist aber eine gründliche Dokumentation weihnachtlicher Darstellungen in Oberösterreich gelungen.

(Dietmar Assmann)


Rezensionen
Sandra Galatz:

Die Seele der Bad Ischlerin Elisabeth Maria Wimmer jauchzt, denn ihre jahrelange Forschungstätigkeit im Bereich Kirchenkrippen hat Form angenommen: Ein knapp 360 Seiten dicker Kunstband, in dem alle kirchlichen Weihnachtsdarstellungen südlich der Donau dokumentiert sind, wurde veröffentlicht. Mittlerweile arbeitet die Gitarrenlehrerin, Philologin, Fotografin und Krippenfreundin am zweiten Band.

Dokumentation von Weihnachtsdarstellungen
„Es ist die ausgeprägte Krippenkultur im Salzkammergut, die mich schon seit Kind an fasziniert!“ So begründet Elisabeth Maria Wimmer ihre Inspiration und die innere Kraft, die sie dazu trieben, in tausenden Arbeitsstunden über Kirchenkrippen, Krippenaltäre und weihnachtliche Bilddarstellungen in den Kirchen der Diözese Linz südlich der Donau zu recherchieren. Dabei hat sie sich mit Volkskultur und Kunstgeschichte gleichermaßen auseinandergesetzt. In 347 Pfarrkirchen und 44 Filialkirchen im Innviertel, Traunviertel und Hausruckviertel verbrachte die Bad Ischlerin in den letzten Jahren unendlich viel Zeit mit Fotografieren und Dokumentieren der weihnachtlichen Darstellungen.

Welche Faszination das Wunder der Menschwerdung Christi auf die gläubigen Menschen in den vergangenen Jahrhunderten ausgeübt hat, spiegelt sich in den Werken erhaltener Weihnachtsdarstellungen aller Stilepochen und Techniken in Oberösterreichs Kirchen wider. Das Spektrum reicht von der plastischen Darstellung im gotischen, barocken oder neugotischen Altar über das gemalte Altarbild, Wand- oder Deckenfresko, das Glasgemälde oder die Metallarbeit hin zu den Kirchenkrippen. Malerei, Bildhauerei und Schnitzkunst verfügen auch heute noch über ein breites Repertoire weihnachtlicher Motive und interpretieren in Bildern den knappen Weihnachtsbericht der Evangelien. So finden sich unter den Namen der Künstler und Krippenschaffenden neben Vielgerühmten – wie etwa die Künstlerfamilie Schwanthaler – auch bescheidene Zeitgenossen der Volkskunst wie etwa der Name des Hohenzeller Herrgottschnitzers Karl Gruber, der zahlreiche von Volkskunstkennern vielgeschätzte Kirchenkrippen fertigte.

Aufgrund der Fülle des Materials musste sich die Autorin des Buches mit ihren Dokumentationen auf nur drei Themen des Weihnachtsfestkreises beschränken: die Verkündigung Marias, die Geburt Christi mit Anbetung der Hirten und die Königshuldigung.

Einladung zum Krippenschauen
Der umfassende und reich bebilderte Krippenband lädt im Sinne eines Kunstführers ein, sich in der Tradition des Krippenschauens aufzumachen, um das Vorgestellte selbst in den Kirchen zu erkunden. Allgemein Bekanntes und bisher in der Krippenliteratur unbeachtet gebliebene Raritäten sind im vorliegenden Band genauso vereint wie viele neu erarbeitete Quellen und bereits in Vergessenheit geratenes Wissen, das rekonstruiert und somit von der Krippenfreundin für kommende Generationen bewahrt wurde.

Elisabeth Maria Wimmers „Jauchzet, frohlocket! Kirchenkrippen, Krippenaltäre und weihnachtliche Bilddarstellungen in den Kirchen der Diözese Linz in Oberösterreich“ könnte zu einem Basiswerk im reichhaltigen Schatz der Krippenkultur und deren Dokumentation im Krippenland Oberösterreich werden. Die Autorin arbeitet bereits am zweiten Band, der die weihnachtlichen Darstellungen in den Kirchen des Mühlviertels und von Linz umfassen wird.

(Sandra Galatz, Rezension in: Kulturbericht Oberösterreich. Monatsschrift der Oö. Kultur, 66. Jahrgang 2012, Folge [?], S. 8)


Christine Grüll: Hirten, Heilige und heißer Tee

Krippen und weihnachtliche Bilder stehen jetzt in Oberösterreichs Kirchen im Mittelpunkt. Elisabeth Wimmer kennt sie fast alle. In der Adventzeit der letzten neun Jahre hat sie 400 Kirchen besucht und deren Schätze erforscht.

Der König in der Pfarrkirche in Gurten reitet auf einem Kamel und wirkt etwas unproportioniert. Elisabeth Wimmer musste mehrere Anläufe nehmen, bis sie ihn und die gesamte Krippe fotograieren konnte. An dem Tag, an dem die Kirchentür wie vereinbart aufgesperrt war, wurde sie aber von einer Frau herzlich empfangen: mit heißem Tee in der winterkalten Kirche.

Das große Wissen der Mesner. Neun Jahre lang besuchte Elisabeth Wimmer 347 Pfarrkirchen und 44 Filialkirchen in der Diözese Linz. Sie hat Mesner kennengelernt und Pfarrer, Männer und Frauen, die die Kirche betreuen oder – so wie in Ungenach – sich gesellig zusammeninden, um die Krippe während der Weihnachtszeit zu beaufsichtigen. Beeindruckt ist die studierte Musik- und Lateinprofessorin von den Menschen, die ein enormes Wissen über ihre Kirche haben. Sie hat aber auch erfahren, an wie vielen Orten kein Pfarrer mehr wohnt. Dort war es schwieriger, einen Schlüssel für die Kirchentür zu bekommen.

Ausflüge im Advent. „Von Kindheit an war ich von der Krippenkultur im Salzkammergut fasziniert“, erzählt Elisabeth Wimmer bei einem Gespräch in der Pfarrkirche Bad Ischl. Seit Jahren ist der Advent von Ausflügen geprägt: Begleitet von ihrer 80-jährigen Mutter hat Elisabeth Wimmer Tausende von Kilometern zurückgelegt und an manchen Tagen bis zu zehn Kirchen besichtigt. Sie hat Kirchenkrippen, Krippenaltäre und weihnachtliche Bilddarstellungen nicht nur fotograiert. Sie hat zudem deren Geschichte aus Pfarrchroniken und aus Erzählungen zusammengetragen und in einem Bildband veröffentlicht. Manche Pfarrmitglieder befürchteten, dass die Abbildung ihrer wertvollen Krippe Diebe anlocken würde. „Je besser aber eine Krippe dokumentiert ist, umso leichter könnte sie wiedergefunden werden“, ist sich die begeisterte Fotograin sicher.

Feine Kleider, grobe Gesichter. Die feingliedrigen Figuren der Krippe in Maria Schmolln sind farbenfroh gekleidet. Ihr Blick aus leicht hervorstehenden Augen wirkt beinahe traurig. Der Künstler war nicht bekannt, doch Elisabeth Wimmer hatte genug Krippen gesehen, um ihn schließlich auszuforschen: den Tiroler Johann Nepomuk Alois Giner den Jüngeren, der 1870 starb. Das Schmollner Kloster wurde von den Tiroler Franziskanern errichtet. Sie könnten auch die Krippe nach Oberösterreich gebracht haben. Bei ihrem ausdauernden Forscherdrang verliert Elisabeth Wimmer die Botschaft der weihnachtlichen Darstellungen nicht aus den Augen. In Pfafing, Enzenkirchen und Brunnenthal hat sie die Arbeiten des Bildhauers Hans Mairhofer-Irrsee gesehen und liebgewonnen. Die Gesichter der grob geschnitzten Hirten und ihre Körperhaltung schaut sie gerne an – sie drücken Gläubigkeit aus.

Ungeliebte Neugotik. Elisabeth Wimmer öffnet den Deckel der Orgel in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Bad Ischl. Seit Jahren begleitet sie darauf den Gottesdienst. Hier wurde das Krippenbuch im letzten Winter präsentiert. „Vielleicht gibt es den Anstoß, dass auch andere sich aufmachen und Krippen, Altäre und Bilder genauer betrachten“, hofft die Autorin, und nicht nur das: Die ungeliebte Kunst der Neugotik, die im 20. Jahrhundert aus vielen Kirchen „rausgeschmissen“ wurde, möchte sie aus ihrem Schattendasein holen. Für den zweiten Bildband ist Elisabeth Wimmer in den nächsten Jahren in Linz und im Mühlviertel unterwegs. Sie lächelt auf die Frage, wie sie die viele Arbeit schaffen will: „Man muss ein bisschen verrückt sein.“

Das erste oö. Krippenbuch. Der Bildband von Elisabeth Wimmer ist das erste umfassende Werk zu Weihnachtsdarstellungen in der Diözese Linz. Er beinhaltet die Regionen Hausruck-, Inn- und Traunviertel. Krippen, die trotz der sorgfältigen Recherche übersehen wurden, werden in einem Anhang im zweiten Band aufgenommen. Er soll in vier bis fünf Jahren zu den Regionen Linz und nördlich der Donau herauskommen. Daneben erscheinen regelmäßig regional begrenzte Publikationen wie die aktuellen Bücher zu den Ebenseer Landschaftskrippen von Walter Rieder bzw. von Franz Gillesberger und Reinhard Hörmandinger.

(Christine Grüll, Rezension in: KirchenZeitung Diözese Linz, 12. Dezember 2013, S. 6 f.)


http://www.kirchenzeitung.at/newsdetail/rubrik/hirten-heilige-und-heisser-tee/

Franz X. Wimmer: Krippen aus Gold

Elisabeth Maria Wimmer hat die Kirchenkrippen im südlichen Oberösterreich in einem prächtigen Bildband dokumentiert. Für uns hat sie ein paar Krippen ausgewählt, die ihr besonders am Herzen liegen.

Wenn aus der Krippe eine Kirche wird
Beginnen wir mit den unscheinbaren oder fast unsichtbaren Bildern: In Heiligenkreuz bei Kremsmünster stehen Ochs und Esel mit Maria und Josef an der Krippe – gemalt auf eine Bildsäule. Die wurde von so vielen Wallfahrern besucht, dass im Jahr darauf eine hölzerne Kapelle gebaut wurde und 1687 die heutige Kirche. In Steinbach am Ziehberg sind auf der Empore fünf Szenen rund um die Geburt Jesu zu sehen – gemalt vom Steiermärker Franz Weiß im Jahr 1973 für die Wochentagskapelle in Schlierbach. Damals ist Weiß schon ein berühmter Maler – weit über Österreich hinaus geschätzt. In Steinbach am Ziehberg sind auch Deckenmalereien von ihm zu sehen und das Altarbild – aus seiner Anfangszeit um 1954. Und eines seiner letzten Werke im öffentlichen Raum ist auch in Steinbach zu sehen – die Entwürfe für die Glasfenster hat er noch vor gut fünf Jahren geschaffen. Eine wunderschöne Kastenkrippe steht in Sierning – manche Figuren haben Ähnlichkeit mit jenen aus der berühmten Schnitzerfamilie Schwanthaler.

Krippentheater im Kasten
Ebenfalls in einem Kasten – in einem umgebauten Reliquienschrein – stecken die Pappfiguren des Spitaler Krippentheaters: In der Barockzeit wurde das Weihnachtsgeschehen als Theater nachgespielt. Und wo das nicht möglich war, gabs die Szenen wenigstens zum Austauschen in einem Theaterkasten. Das Original des Kastens ist verloren gegangen – der Reliquienbehälter aus der Rokokozeit dient jetzt als Ersatz.

Die Krippe des Papstes und des Kaisers
Eine von Oberösterreichs bedeutendsten Krippen steht zur Weihnachtszeit in Kirchdorf: Am Vormittag des 24. Dezember macht sich Helmut Meixner an die Arbeit – baut das Krippengebäude auf, montiert den gemalten Hintergrund und stellt die Figuren für Christi Geburt auf. Figuren, die der Münchner Krippenkünstler Sebastian Osterrieder geschaffen hat. Von seiner Ausbildung her war er Bildhauer – er konnte perfekt schnitzen. Und geschnitzt waren die Vorlagen für seine Figuren. Verkauft hat er dann feine, detailreiche Abgüsse. In Oberösterreich gibt es nur zwei weitere Osterrieder-Krippen – eine im Linzer Dom, eine kleinere in Attersee. Dafür hatten auch Papst Pius X. und Kaiser Wilhelm seine Krippen in Privatbesitz. Helmut Meixner und eine ganze Schar an freiwilligen Helfern und Unterstützung vom Lions-Club hat mitgeholfen, dass die Kirchdorfer Krippe seit gut fünfzehn Jahren wieder in der ursprünglichen Form gezeigt werden kann: die Figuren wurden restauriert und ergänzt und selbst das alte Hintergrundgemälde ist wieder aufgetaucht. Gespendet wurde die Krippe übrigens von einem Bauernknecht – von Johann Ferstl aus Hausmanning.

Alle Krippen in einem Buch
Neun Jahre lang war Elisabeth Maria Wimmer in Oberösterreich südlich der Donau unterwegs für ihr Krippenbuch. Sie ist im Salzkammergut aufgewachsen mit Krippen. Was sie besonders fasziniert: „Ob es ein Hochberühmter ist, wie Michael Pacher oder ein kleiner Krippenschnitzer: Jeder hat seinen Ausdruck“. Derzeit arbeitet Elisabeth Maria Wimmer am zweiten Band der oberösterreichischen Kirchenkrippen – mit denen aus dem Mühlviertel.

(Franz X. Wimmer, Rezension in: Extrablick. Die Zeitung für's südliche Oberösterreich! Nr. 17, 13. Dezember 2013, S. 6 f.)