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Kurzbeschreibung

[Hrsg. anlässlich des 80jährigen Bestehens der Künstlergilde Salzkammergut]
[Konzeption, Red. und Gestaltung: Josef Linschinger]


Die Künstlergilde Salzkammergut gründete sich am 5.5.1928, wurde aber erst Mitte Juni 1928 von der oberösterreichischen Landesregierung bestätigt. Zweck dieser Vereinigung war die ideelle und materiel­le Förderung der heimischen bildenden Kunst.

1945. Dieses Jahr war vor allem in politischen Berei­chen die Stunde null. Auf die bildende Kunst Österreichs zurückblickend muss man ab 1945 von einer Vor­kriegskontinuität mit Brüchen, allenfalls mit Zä­­suren, sprechen. 1947 erfolgte die Gründung der Öster­reichischen Sektion des Internationalen Art Clubs. In Wien tummelten sich daraufhin (seit 1951 im legendären Strohkoffer) gleichermaßen Vertreter der Abstraktion und solche, die sich mit dem Surrealismus auseinandersetzen. Dennoch halten jene Maler, Musiker, Dichter und Schauspieler, die bereits als Protagonisten im Austrofaschismus und Nationalsozialismus gewirkt hatten, bis in die sechziger Jahre hinein die Stellung.

In Oberösterreich war die Situation der bildenden Kunst nach dem Krieg gar von Provinzialismus und Stagnation beherrscht. Bezeichnenderweise kam es 1947 in der eben gegründeten Neuen Galerie der Stadt Linz bei Ausstellungen Art Club und Klassiker des Kubismus zu Ablehnungsreaktionen, die eine Eröffnung unter Polizeischutz nötig machten: … man rief nach Verboten, Heimatkünstler fühlten sich betroffen und skandalisiert und unternahmen ›Schritte‹.

Dann kommt 1968. Das Jahr ist Magie. Die Geburt einer neuen Generation, Acid Rock und freie Liebe, weltweite Vietnam-Demos als Institutionskritik der freien Zivilgesellschaft. Hierzulande – in Gesellschafts­politik wie Kunstszene – bringt 1968 vor allem eines: die Abrechnung. Einen radikalen Bruch mit der Tradition der Vergangenheit. Otto Breicha wählt die Maler/Innen Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel, Robert Zeppel-Sperl und Martha Jungwirth für die Ausstellung Wirklichkeiten in die Wiener Secession. Eine Periode der künstlerischen Sterilität ist in Wien zu Ende gegangen. Nach den Manierismen der Abstraktion, der gewöhnlichen Mit­telmäßigkeit und des surrealen Vegetarismus wirkt die Schau zupackend, vital, raffiniert, unbekümmert, strotzend vor Farbe, schreibt dazu der Wiener Kunstkritiker Alfred Schmeller, der bald darauf Werner Hofmanns Nachfolger als Direktor des Museums des 20. Jahrhunderts wird …