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Kurzbeschreibung

[Katalogred.: Martin Hochleitner]


Licht - Werkbeispiele von Inge Dick

Der vorliegende Katalog erschien im Herbst 2001. Er dokumentiert eine Ausstellung, die die österreichische Künstlerin Inge Dick im Gotischen Zimmer der Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum realisierte. Nach 1994 war es die zweite Einzelausstellung der Künstlerin in der Landesgalerie in Linz. Der Titel „Aus der Sammlung: Licht – Werkbeispiele von Inge Dick" umriss zwei Intentionen des Gesamtprojektes: Erstens sollte ein Einblick in die seit Jahren durch die Landesgalerie betriebene Dokumentation des künstlerischen Werks von Inge Dick gegeben werden. Zusätzlich verwies eine Leihgabe des Münchner Lenbachhauses exemplarisch auf die über Österreich hinausgehende Präsenz der Künstlerin im internationalen Ausstellungsbetrieb bzw. die Aufnahme ihrer Werke in überregional orientierte Sammlungen.

Die zweite Intention der Ausstellung galt einer Annäherung an den feinfühligen Umgang der Künstlerin mit dem Thema Licht. Die neu adaptierten Räumlichkeiten im ersten Stock des Museums Franciso Carolinum und der bewusste Umgang mit Natürlich! boten hierfür eine ideale Voraussetzung. So wirkte die Ausstellung insgesamt sehr hell und wurde als eine stark raumbezogene Konzeption wahrgenommen.

Die einzelnen Arbeiten, die neben unterschiedlichen Techniken immerhin auch ein zeitliches Spektrum von knapp 15 Jahren abdeckten, waren dabei sowohl souveränes Werk als auch Träger dieses stimmigen Gesamteindrucks.

Die in Wien geborene und seit Jahren in Loibichl am Mondsee lebende Künstlerin arbeitet seit knapp drei Jahrzehnten mit großer Subtilität, hohem Einfühlungsvermögen und Konsequenz an Bildformulierungen, die ihren Impuls aus nuancierten Differenzbereichen von Licht und Schatten, feinsten Farbkontrasten und Oberflächenstrukturen schöpfen, Inge Dick setzt im Bereich der Malerei und Fotografie auf Beobachtungen, die an einem Punkt sensibler Reduktion und präziser Fokussierung bildwirksam werden. Hierin erhielt das Licht immer größere Bedeutung, um schließlich der zentrale Reflexionsansatz und die entscheidende Produktionsbedingung der medialen Auseinandersetzung zu werden.

Die Künstlerin versucht die Substanz des Lichtes einzufangen. Inge Dick spürt die Grenzen von Licht und Schatten, von Hell und Dunkel auf. Sie visualisiert das Licht über geringste Farbwerte von Gelb, Rot und Blau sowie den Faktor der Zeit – etwa die Veränderung des Lichteinfalls und der Lichtstärke während eines Tages. Neben der Malerei, die bei der Betrachtung genaueste Aufmerksamkeit in der Beobachtung verlangt, nutzte Inge Dick in den letzten Jahren auch verstärkt die Möglichkeiten verschiedener Polaroidkameras, mit denen sie nach einem exakten zeitlichen Ablauf beeindruckende Serien von Lichtveränderungen realisierte. Hierzu gehörten vor allem die Serien mit der Polaroidkamera (50 x 70 cm) seit 1995 sowie die Arbeit mit der weltweit größten Polaroidkamera (100 x 200 cm) in Boston 1999.

Mehrere architekturbezogene Kunstprojekte, vor allem glasmalerische Arbeiten, boten ihr seit 1992 zusätzliche Gelegenheit, dieses Arbeiten mit Licht auch als unmittelbare Raumerfahrung zu thematisieren. Gleichzeitig wurden auch Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung auf ihre konzeptuelle Einbindung in das bisherige Werk überprüft.

Bei der aktuell fertig gestellten und in der Landesgalerie erstmals gezeigten Serie „Bleu du Ciel" wurde die Fotografie des „blauen Himmels" Bild für Bild auf eine kleiner werdende Anzahl von Pixeln reduziert. Am Ende der Serie stand ein einziger, formatfüllender Pixel. Da Inge Dick in der gesamten Serie die Bildgröße beibehielt, wurde der künstlerische Vorstoß in immer kleinere Strukturen von einer sich intensivierenden optischen Wirksamkeit des einzelnen Elements begleitet.

Das Licht wurde von Dick gleichsam gezoomt und einmal mehr als das entscheidende Prinzip der künstlerischen Arbeit betont und kommuniziert. Licht ist für Dick elementares Erlebnis.