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Kurzbeschreibung

Gerald Brettschuh gewährt in diesem Buch Einblicke in sein Künstlerdasein und präsentiert die Ergebnisse seiner Beschäftigung mit dem kunsthistorisch komplexen Sujet von „Mann und Frau“. Das ständig neue Formen bestimmter Körperpartien, vor allem von jenen des weiblichen Geschlechts, und deren Manifestation auf der Leinwand, das in seinen Bildern als Akt des „nach dem Leben Malens“ vorgeführt wird, erfolgte in den 2006 und 2007 entstandenen Gemälden nicht mithilfe eines lebenden Modells. Im Gegensatz zu Arbeiten der späten achtziger Jahre und Werken, die 2002 und 2003 geschaffen wurden, entwickelte Brettschuh seine jüngsten Maler- und Modell-Szenen allein aus dem Gedächtnis heraus. Der Verzicht auf die ursprüngliche Funktion der Frau als vor dem Künstler posierendes „Studienobjekt“ besitzt inhaltliche Bedeutung und verändert somit auch das Verhältnis zwischen dem Maler und seinem Modell.


Mit einem der ergiebigsten Themen der Kunst, Maler und Modell, begegnet Gerald Brettschuh seinem Publikum in der diesjährigen Herbstausstellung in der Hofer-Mühle Stainz. In etwa 60 geschaffenen Varianten präsentiert der steirische Künstler seine Vorstellungen, Träume und Fantasien vom Beziehungsgeflecht „Mann und Frau“. Brettschuh schließt mit seinen Werken der letzten beiden Jahre an die Ausstellung MEIN LAND im Grazer Künstlerhaus von 2005 an, in der von seiner Heimat Arnfels inspirierte Landschaften gezeigt wurden. Von einem männlichen Blickwinkel aus betrachtet beschäftigen sich die Arbeiten Maler und Modell mit dem ewig Weiblichen, wobei die dargestellten Frauen nicht nur mit dem Künstler, sondern teilweise auch mit ihrer Umgebung in Beziehung gesetzt werden.

Im Vergleich zu früheren Darstellungen dieser langen kunsthistorischen Tradition handeln Brettschuhs Maler und Modell - Bilder nicht vom Porträtieren bestimmter Personen oder vom genauen Studieren der weiblichen Anatomie. Seine Werke betonen vielmehr die Repräsentation des eigenen Ichs und die Imagination eines Zusammentreffens der Geschlechter. Trotz der formalen Veränderungen und Weiterentwicklungen innerhalb der letzten beiden Jahre tragen die unzähligen Versionen des Themas „Mann und Frau“ jeweils die markante Handschrift des Künstlers. Mit dem Aufzeichnen seiner Gedanken- und Gefühlswelt, das auch in nächster Zeit noch fortgesetzt werden wird, verleiht Gerald Brettschuh seinen momentanen Erinnerungen und Zuständen Ewigkeitscharakter.

(Elisabeth Hirschmann)