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Kurzbeschreibung

[Hrsg. von Agnes Husslein-Arco]


Mimmo Paladino zählt heute zu den bedeutendsten italienischen Künstlern, der in allen Sparten der bildenden Kunst beheimatet ist. Bekannt wurde er Anfang der 1980er Jahre im Zuge der Wiederentdeckung der Malerei. Davor lebte die Malerei als Folge der Entmaterialisierungstendenzen in der Kunst v. a. auf textueller, medialer oder minimaler Ebene fort. Das Tafelbild wurde einer rigiden Selbstreflexion und Selbstreferenz unterworfen, Voreilige proklamierten sogar das Ende der Malerei. Eine Gruppe junger Maler widersetzte sich dem Innovationszwang der Avantgarde und kehrte zur figurativen Malerei zurück. Auf die Prospektive folgt die Retrospektive, die Moderne der Erinnerung (Hans Belting). Diese jungen Künstler bedienen sich des Stil- und Formenrepertoires aller Kunstepochen und Kulturlandschaften. Sie entlehnen was gefällt, experimentieren mit neuen Kombinationen, transformieren Zitate aus der Kunstgeschichte dem Zeitgeist gemäß und kreieren ihre ganz eigene sehr subjektive Formensprache. Mimmo Paladino, der seine Malerkarriere mit monochromen Gemälden begann, findet nun rasch zu seinem charakteristischen Stil, der sich mit den Schlagworten Pluralismus und Eklektizismus knapp umreißen lässt. Er bringt Abstraktion und Figuration in eine symbiotische Verbindung und schafft aus Verweisen auf Symbole verschiedenster Kulturen und Religionen, aus Anspielungen auf archaische Rituale und Mythologie, aus Bezügen zu esoterischen und alchemistischen Quellen und aus Zitaten aus Literatur und Kunstgeschichte das Substrat seiner Formen-sprache, in der sich u. a. das kulturelle Erbe seiner Heimat spiegelt.