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Kurzbeschreibung

Leopold Mozart war ein begeisterter und eifriger Briefschreiber. Biographische Aufzeichnungen, Begegnungen, kulturelle und politische Ereignisse, Landschaft- und Städtebeschreibungen – kurz, alles was man auf einer Reise erlebte, war für ihn wichtig – er hielt auch seine Familie immer wieder dazu an, schriftlich zu berichten.

Wenn die ganze Familie unterwegs war, richtete er seine Briefe an Johann Lorenz Hagenauer: Das waren die 2 Reisen nach Wien 1762 und 1767/68 und die große Reise 1763–1766 nach London und Paris. Leopold beauftragte Hagenauer Kopien anzufertigen, welche die Freunde einsehen konnten.

Nur manchmal gab es den Vermerk etwa »Für sie allein« – dann, wenn der Inhalt nicht publik gemacht werden sollte. Wenn Vater und Sohn allein unterwegs waren – auf den 3 italienischen Reisen und der 3. Wiener Reise – adressierte Leopold die Briefe an seine Frau Maria Anna. Die »Gegenbriefe« sind leider nicht erhalten – sind sie verloren oder hat sie Leopold absichtlich nicht aufgehoben? Von der Reise nach Paris, die Wolfgang mit seiner Mutter unternahm, existieren (bis auf Ausnahmen) alle Briefe, die hin und zurück gingen.

Es ist bewundernswert, wie Leopold die Reisen, oft bis ins Detail, vorgeplant hat. Er bestellte die Quartiere, organisierte die Begegnungen mit Adeligen und anderen wichtigen Persönlichkeiten, wusste genau, wie und wo er sie treffen konnte – meist waren sie schon »vorgewarnt«. Er war orientiert über die Reiserouten, über die Poststationen und über die Möglichkeiten eines Briefverkehrs.


Rezensionen
Beate Hennenberg: Zusammenstellung der 38 von Leopold Mozart an seinen Nachbarn Hagenauer zwischen 1763 und 1766 verfassten Briefe. (KM)

Paul Angerer ist ein unglaublich vielseitig begabter musikalischer Vermittler, Komponist, Instrumentalist, Dirigent und Arrangeur. Bei Radio Stephansdom moderiert er eine eigene Reihe. Auch war er vor nicht allzu langer Zeit im Musikverein mit einem von ihm eigens konzipierten Kinderkonzert zu erleben. Jene Person, welcher er sich bei seinen Tätigkeiten ganz besonders oft und gern nähert, ist Wolfgang Amadeus Mozart. Die aktuelle Gesamtedition der Mozart-Briefe liegt - in Hinblick auf das groß angelegte Mozart-Jubiläum im kommenden Jahr - in den Händen der Lektoren des Bärenreiter Musikverlages.

Doch Mozart erlebte schon als Kind eine ganze Menge, beispielsweise auf Reisen. Nach jener in den Jahren 1762/63 plante Vater Leopold Mozart gemeinsam mit seiner Frau Marie Anna eine umfangreiche Reise nach Paris und London, um seine beiden Kinder Wolfgang und Nannerl als Pianisten in europäischen Metropolen vorzustellen. Diese sollte sich über drei Jahre und knapp sechs Monate hinziehen.

So erfolgreich und spannend die Reise per Kutsche auch war, mit einem Bein blieb Leopold jedoch immer in Salzburg: indem er seinem Freund und Salzburger Nachbarn Johann Lorenz Hagenauer begeistert und eifrig Briefe schrieb. Darin schildert er nicht nur die Konzerte und Kontakte, auch wird über kulturelle und politische Ereignisse berichtet. Paul Angerer hat diese in der originalen Orthografie belassenen Briefe, aus welchen sich das gesellschaftliche Leben und Denken der Mozarts rekonstruieren lässt, mit Erläuterungen versehen und um einen Eintrag aus Hübners Diarium von 1766 erweitert.

(Beate Hennenberg, Rezension für: bn.bibliotheksnachrichten, [?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=17723&rezid=20826