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Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von Margit Zuckriegl, Carl Aigner, Katharina Puschnig, Johannes Jetschgo, Walter Titz, Patrick Werkner, Elisabeth Olivares Diaz.


Roman Scheidl hat in seinen Farbgedichten lange vor der intensiven Bschäftigung mit Georg Trakl eine ähnlich assoziative Handlungsweise verfolgt. Er nannte diese kleinformatigen, abstrakten Bilder auch seine "Haikus" - weil er sie für die knappste Form bildlicher Notation hält und weil er ihnen die Freiheit zugesteht, "nicht Bild sein zu müssen". Sie sind also befreit von der Notwendigkeit ein inhaltliches Sujet vorzugeben oder einen narrativen Inhalt zu transportieren. Somit sind sie - wie das Gedicht ganz generell - frei für Assoziationen und dennoch hermetisch in sich geschlossen. Nirgendwo in der Literatur ist die Exegese so fleißig und unermüdlich an der Arbeit wie in der Interpretation von Gedichten. Dennoch hatte sich der Dichter die größmögliche Freiheit genommen, unabhängig von seinem Geschichtenerzählen seine Weltsicht, seine Ahnungen, seine Stimmungen und vor allem seinen Wortschatz so einzusetzen, wie es nur ihm zukommt und nur ihm als einsichtig erscheint. Ob und wie weit ihm Leser und Exegeten folgen, ist nicht von Bedeutung.

(Margit Zuckriegl)