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Kurzbeschreibung

[Kunsthandel Widder]
Texte: Roland Widder …


Vor zehn Jahren gründeten meine Schwester und ich eine Galerie in der Johannesgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk. Wir konnten dabei auf die Tätigkeit unserer Mutter aufbauen, die drei Jahrzehnte einen Kunsthandel in Linz betrieben hatte und uns anfänglich mit ihrer Erfahrung beratend zur Seite stand. In diesen zehn Jahren präsentierten wir neben einzelnen Gemälden verschiedener Künstler aus unserem Galerieprogramm auch immer wieder Nachlässe. Wir veranstalteten Einzelausstellungen mit Werken von Herbert Gurschner, Willy Eisenschitz, Theodor Alescha, Georg Ehrlich, Erich Schmid, Karl Hauk und Trude Waehner und gaben parallel dazu wissenschaftliche Publikationen heraus. Einige dieser Maler waren bereits in Vergessenheit geraten, umso mehr Freude hatten wir, diesen Künstlern wieder Raum in der österreichischen Kunstgeschichte zu geben und ihren Stellenwert am heimischen Kunstmarkt zu festigen.

Bei dieser spannenden Tätigkeit im Schnittbereich von Kunst und Wirtschaft sind neben der erfreuenden Beschäftigung mit ästhetischen Dingen auch die vielfältigen Begegnungen eine emotionale Bereicherung für uns. Es sind die persönlichen Kontakte mit Ihnen, die Geschichten und Situationen, ja manchmal sogar Freundschaften mit Nachlassverwaltern, Kunsthistorikern, Sammlern und Kunden, die uns Freude bereiten.

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich und die Erinnerung an Situationen, unter denen Sie etwas erworben haben, ist untrennbar mit dem Kaufgegenstand verbunden. Manchmal sind es Momente des Entdeckerglücks, der Leidenschaft, des perfekten Ambientes oder einfach einer lustvollen Spontaneität, die ein objekt mit einem persönlichem Momentum aufladen. Die Erlebnisse, die damit zusammenhängen, machen dann den wahren, höchstpersönlichen Wert jedes Stückes einer Sammlung aus. So bestimmt die individuelle Beziehung den Wert eines Bildes und nicht nur der Preis. Die Qualität eines Kunstwerkes erfüllt sich deshalb in der Bereicherung durch intellektuelle und emotionelle Aktivierung. Die Bilder, mit denen man sich umgibt, stehen für Lebensmomente. Sieht man die Bilder, sieht man auch sich selbst.

In vielen der im Verkaufskatalog abgebildeten Werke finden wir uns und unsere Leidenschaft wieder. Sie sind Resultate von Prozessen der Begeisterung, von Emotion und Passion, aber auch manchmal von langjährigen Verhandlungen mit Vorbesitzern, spontanen Zufällen und geschäftlichen Überlegungen. Schließlich sind es auch ästhetische und qualitative Kriterien sowie die Beschränkung auf einen bestimmten Abschnitt der österreichischen Kunstgeschichte, die den Rahmen für unser Angebot bilden. Gustav Klimt, oskar Laske, Alfred Kubin, Josef Floch, Willy Eisenschitz, Ernst Huber und Otto Rudolf Schatz sind einige der vertrauten Namen, die den Bogen vom Jugendstil zum Expressionismus und von der Neuen Sachlichkeit bis zum Surrealismus spannen. Max Snischek, otto Friedrich, Erwin Stolz, Albert Reuss oder Lilly Steiner sind weniger bekannt, aber nicht minder bedeutsam.