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Kurzbeschreibung

[Red.: Peter Assmann …]


Der Fries am oberösterreichischen Landesmuseum von 1886 und das Großereignis Forum Metall 1977 definieren den zeitlichen Rahmen einer Annäherung an skulpturale Erscheinungsformen in Oberösterreich im 20. Jahrhundert und verweisen gleichzeitig in ihrem Zustandekommen auf die radikalen Veränderungen von Entstehungsbedingungen innerhalb dieses Zeitraumes.

Ziel der Präsentation und der begleitetenden Publikation ist eine erstmalige umfassende Darstellung von Skulptur und Plastik und ihrer gemeinsamen Entwicklung zur Gegenwart. Hierbei ergeben sich Konzentrationspunkte im Bereich des Denkmals und des Menschenbildes.

Innerhalb des Betrachtungszeitraumes erweisen sich gerade die sechziger Jahre im Nebeneinander verschiedener künstlerischer Positionen und Strömungen stellvertretend für die skulpturale Entwicklung in Oberösterreich: Mit Josef Furthner und Franz Forster treffen Künstler, die sich (noch) aus der Tradition der Zwischenkriegszeit ableiten lassen, auf die zu einem Personalstil gereifte erste Absolventengeneration der Linzer Kunstschule - etwa Peter Dimmel. Erich Ruprechter, Josef Fischnaller - und schließlich auf neu einsetzende Strömungen, die wie bei Erwin Reiter, Helmuth Gsöllpointner und Sepp Auer nicht nur von völlig veränderten formalen Ansätzen ausgehen, sondern sich wie bei Josef Bauer auch zunehmend konzeptuell orientieren.

Gerade die Arbeit Bauers zeigt, wie sich die Formgebung von (wie auch immer ausgerichteten) Darstellungsprinzipien auf minimale Gestaltungseingriffe reduziert und sich der Skulpturenbegriff von der Arbeit am Volumen zunehmend in Richtung raumplastischer Konzepte und Objektkunst erweitert. Hier verliert auch jegliche Gattungsgrenze an Bedeutung und werden zeitimmanente Auflösungstendenzen des Skulpturenbegriffs formuliert.

Mit dem Forum Metall wird schließlich ein internationaler Anschluß gefunden, der die Skulptur zunehmend von einer (großteils) regionalen Tradition löst und auf die gesellschaftliche Umwelt ausrichtet: Die Skulptur verliert dabei nicht an Aktualität, wird jedoch verstärkt als spezifische Erscheinungsform individueller Schwerpunktsetzungen verstanden.

(Martin Hochleitner)