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Kurzbeschreibung

Gerald Rett. Zeichn. von Christine Böhm


prosa sprechen ihre augen
ihre wangen trällern ein lied
nase lippen dringen dramatisch
dass mein ohr nach drinnen flieht
dort schläft ihr blick
auf mund und wangen
und träumt vom glück
ganz unbefangen


das buch ist das ergebnis eines monatelangen dialogs zwischen dem autor gerald rett und der bildnerischen künstlerin christine böhm, dessen gedichten und ihren bezeichnenden antworten.


die gedichte

schnell gelesen, flüchtig gehört, können die im reim und rhythmus, im geläufigen ton und leichtfüßigen takt gehaltenen verse durchaus zum hausgebrauch dienen: trollig anmutende viechereien; glasklare, bestürzende humoresken zum tatbestand des (über)lebens und dessen entsorgung sowie recycling; stilleben, vorgeblich rein zum reim, aber dann doch über liebe und was sonst noch der fall – also wesentlich – ist. und am ende ist jede strophe eine weisheit für sich.

es sind verse, die locker und gerne hängen bleiben, lächeln machen und einfälle bringen, die zünden können wie geistesblitze – so gesehn wäre das auch nicht verkehrt.

wer sich hingegen auf ihre abgründig tiefe motivwelt und deren brüchige tektonik einlässt, ihren verfrem-denden bildern und überraschenden, zuweilen anstößigen, scheinbar will-kürlichen wendungen folgt und auf die spitzen bis bösartigen pointen trifft, an denen jeder fertige gedanke abgellt, der könnte sich in einem labyrinth wähnen – wären nicht zei-chen und anhaltspunkte, sodass man sich findet, aber garantiert nicht beim ausgangs- oder ersten standpunkt.


die zeichnungen

von christine böhm sind gleichrangig in diese textur verwoben.
sie erscheinen mit leichter hand gefertigt, und doch verharrt der strich vor jeder heimtücke und boshaftigkeit der figuren, verdickt er sich, wenn klar ist, was gesehen werden muss, verdünnisiert, verflüchtig er sich, wenn unklar ist, ob das noch alles gezeigt werden soll.

nie sind sie unbedarft, tierisch unschuldig, diese katzen, ratzen und vögel, stets steckt allzu menschliches dahinter, selbst das liebste miezenmaul ist hinterfotzig, und der formvollendete haiku-vogel krallt sich angstgierig am ast.

funktionieren sie zum anfang noch als ergänzungen, kommentare, embleme, etikettierungen von figuren, durchaus auch als illustrationen, so erringen sie, kaum wird das mensch-liche explizit, autonomie, indem sie, stets im dialog mit den versen, die motive weitertragen, mit eigenen intervenieren, figuren und szenen entwickeln.

und dann gibt es jene seiten, in denen gedicht und zeichnung synergetisch gefügt sind.