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Kurzbeschreibung

Arnold Reinisch. Texte: Alois Kölbl ; Theresia Hauenfels


»Spacing« ist der Versuch, künstlerische wie reale Räume auszuloten, zu hinterfragen und radikal neu zu denken. Wenn der Begriff auch die Feineinstellung technischer Geräte bezeichnet, so ist diese Assoziation durchaus im Sinne des Künstlers. Reinisch öffnet Denk­räume diesseits und jenseits des Absurden oder für undenkbar Gehaltenen. Seine Objekte schweben frei im Zwischenraum von Realität und Fantasie, realen und virtuellen Welten, artifizieller Inszenierung und geerdeter Ökonomismuskritik, Ernst und ironischer Komik. »Plastiken sind Transportmittel für den Künstler«, stellt Arnold Reinisch fest und immer gilt für seine Kunst: Not just a fake, it’s art!

Der 1962 geborene Grazer Künstler Arnold Reinisch gehört einer Künstlergeneration an, die sich nicht mehr darauf beschränken kann und will, neue Bilder hervorzubringen und kunstimmanente Prozesse voranzutreiben, sondern die mit ihren Bildern auch implizit die Dominanz der Bilderflut in allen Bereichen unserer Lebenswelt mitdenkt und in Frage stellt. Kein Zufall also, dass er in einem Bild seiner Fotoserie »Spacing« in einer an den Baron Münchhausen erinnernden Pose im Weltraum schwebend hinter einem seiner Kugelobjekte auftaucht. Durch die Inszenierung – changierend zwischen der möglichen Assoziation mit einem Planeten oder der Kanonenkugel des Lügenbarons – eröffnet Reinisch, der in anderen Fotos auf einem seiner Kunstobjekte durch das All surft, oder, an eine Märchenwelt gemahnend, in Beschwörungsgeste in einem durch das All rasenden Spiegel auftaucht, eine neue Dimension in seinem vielschichtigen Werk.

Die Fotoserie des Künstlers verheimlicht dem geschulten Auge nicht, dass die Bilder digital bearbeitet, also offensichtlich »gefaked« sind, wenn er Objekte verschiedener Werkserien schwerelos im Weltall vor einem Sternenhimmel vorbeiziehen lässt.