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Kurzbeschreibung

Dreiundzwanzig Bezirke gibt es in Wien, deren unsichtbare Etikettierungen von proletarisch über bürgerlich bis zu nobel reichen.

Doch es sind die Bewohnerinnen und Bewohner, die mit ihren allzu menschlichen Eigenarten das Leben einer Stadt ausmachen. Und diese Eigenarten veranlassen in Favoriten nicht anders zum Schmunzeln als in Döbling.

Dreiundzwanzig ironisch-bissige Genrebilder legen hiervon Zeugnis ab - unter Einbeziehung des unverwechselbaren Wiener Dialekts in seiner ganzen herben Poesie!


Rezensionen
Christine Tippelreiter: Nebochant, Haustetschn und Himmerlarschundzwirn ...

Der Autor Hans Christ ist in Wien geboren und lebt derzeit als promovierter Tierarzt im Gasteiner Tal. Vielleicht auf Grund seines Heimwehs oder als typischer Urwiener und Kenner seiner Stadt, lässt er seine Gedanken durch alle 23 Bezirke streifen und erfindet zu jedem Hieb eine lustige, erfrischende, bissig-ironische Geschichte.

Das Buch ist in Hochdeutsch geschrieben, die Dialoge sind in Mundart gehalten, dadurch ist es leicht und unterhaltsam zu lesen. So mit dem Autor durch die Wienerstadt zu flanieren, ist ein wirkliches Vergnügen.

Hans Christ beschreibt Wiener Typen, die es meiner Meinung nach längst nicht mehr gibt oder denen ich einfach nie begegne. Die Geschichten sind manchmal skurril und absurd und oft gepaart mit Schadenfreude und bereiten dadurch reines Lesevergnügen.

Auch die Wortschöpfungen des Autors und die daraus resultierenden genauen Milieustudien sind sehr unterhaltsam und waren oft der Anlass, dass ich darauf lachen musste. Das "Gersten Pago" auf Seite 80 ist so ein Moment gewesen. Aber auch das Wiederfinden von längst verloren geglaubten Wörtern, wie Nebochant, Haustetschn, Himmelarschundzwirn, harmlose Walperln, Kolonialkübel usw. war es, was mir Freude bereitete.

Fantasievoll manövriert der Autor den Leser durch die Wienerstadt und zeichnet von jedem Bezirk eine Genrebild seiner Bewohner. Von nobel bis bürgerlich und hin zu proletarisch reicht die Vielfalt an Wiener Originale. Hans Christ beklagt in seinem Buch auch den unersetzlichen Verlust an bereits spärlich gesäten Persönlichkeitsoriginalen (S. 116). In der modernen Zeit mit ihrer Uniformiertheit und ihren Zwängen ist für diese Menschen anscheinend kein Freiraum mehr.

Als ich auf der letzten Seite angekommen war, fand ich es schade, dass Wien nicht mehr Bezirke hat. ich könnte noch etliche Geschichten vertragen.

(Christine Tippelreiter, Rezension in: Morgenschtean. Die österreichische Dialektzeitschrift #U46-47 [?], 2015, S. 19 f.)