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Kurzbeschreibung

Thomas Steiner ist ein Künstler, der sowohl den malerischen und graphischen Gestus in seine Konzeptionen einführt, wie auch die Medialität von Video und Film einsetzt. Seine Bilder sind immer gleichermaßen malerisch wie filmisch, seine Filme haben starke piktorale Qualitäten, oft weisen sie graphisch nervöses Lineament auf. Steiner fühlt der Dynamik und der Temperatur von Bildwerken – eigenen und fremden – nach. In seiner Maulbertsch-Adaption erreicht er einen ungewöhnlichen Eindruck des Deckengemäldes, indem er der überhitzten Barockmalerei und der ins Dramatische gesteigerten Rhythmik der Komposition nachgeht; sein Film »Tau II« von 2006 könnte als Synthese all seiner bisherigen Bestrebungen gelten. Malerei ist für Steiner keine statische Angelegenheit und keine Bearbeitung von planen Oberflächen. Er dynamisiert das Bildhaft-Malerische und radikalisiert die unschuldige Epidermis. Wahrnehmung in unserer heutigen fragilen und prekären Gesellschaft ist mehr als bloßes Sehen von Bildern oder Aufnehmen von Informationen. Gleichzeitig mit den Bildern, die wir sehen, setzen andere Prozesse jenseits der Wahrnehmung ein: wir assoziieren mit Gesehenem, verflechten mit Erinnertem, überlagern mit Geahntem, konfrontieren mit Befürchtetem. Das Sich-Versenken in die Tiefen von malerischen Bildtafeln beweist eine Art der Wahrnehmung, die sich nicht mit dem Sichtbaren begnügt. Und das Sich-Einlassen auf einen Film garantiert das Auftauchen von Sinneseindrücken jenseits des bloß Informativen. Thomas Steiner überschreitet in seinen filmischen Konzepten die Grenzen aller Genres. Er entwirft eine amalgamierende Synthese aus Malerei, Film, Graphik, Geschichten, Bildern, Geräuschen, Szenarien, Rhythmen.