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Kurzbeschreibung

Mit Texten von Jürgen Schilling, Johannes Jetschgo, Markus Mittringer, Peter Assmann, Thomas Fillitz


Die Skultpuren Robert Mittringers sind unverkennbar. Manche von ihnen nehmen den Raum in Besitz, sie sind darauf angelegt, dazwischenzutreten, wenn wir uns niederlassen, sie fangen den Blick wie sein "Sitzender". Diese aus einfachem Staffelholz, wie es in der Zimmermannsarbeit anfällt, gefügte Figur, deren Bau abstrahierend, aber doch unverkennbar durch die kubistische Kopfform den Menschen, in seiner vertikalen und horizontalen Achse aber auch einen Gekreuzigten sehen lässt, ist nur ein Beispiel für die suggestive Kraft von Robert Mittringers Skulptur.

Er gibt ihr keine Deutung mit auf den Weg, er lässt sie ohne Titel und damit verfügbar für das individuelle Auge, was die Möglichkeit seiner Kunst nur erhöht und ihr Potential auflädt für jeden Betrachter.

Ein Gekreuzigter, der zugleich wie ein Hockender erscheint, relativiert die christlich geprägte Sichtweise, die dem Künstler selbst auch gar nicht zu unterschieben wäre, aber lässt doch die Assoziation zu, entzieht der Interpretation den Boden, wie die Figur selbst sich ja auch nur frei sitzend, in beobachtender Schwebe positionieren lässt.

Als wäre sie ein mittelalterlicher Wasserspeier droben an der Dachkante, ein Zwischenwesen, das im wahrsten Sinn des Wortes "aufsitzt".
Oder Robert Mittringers Drahtschwämme. Er erzählt von frühen Kinoerlebnissen, als in der Wochenschau in den 60er Jahren Ives Kleins Kunst dem Publikum präsentiert wurde.

Aber die Drapierung der Drahtschwämme auf einer Holzleiter holt doch wieder die Passionsbilder herein, die "arma christi", wie sie in unzähligen Fresken zu finden sind, Leidenswerkzeuge.

Solche Zuordnung bleibt unverbindlich. Denn neben Ives Klein und dem Essigschwamm der Schädelstätte bleibt nun einmal der rohe Gegenstand als "Drahtwaschel" im Volksmund, der vor der Zeit des Geschirrspülers die schlichte Abwaschhilfe darstellte. "Wir gehen immer spazieren in uns und in anderen Kulturen", sagt Robert Mittringer.

Das Leben in der Einfachheit des Nachkriegshaushalts blitzt immer wieder hervor, mit Ironie und auch als Relativierung des Komforts, der sich da und dort zu Lasten anderer etabliert hat. So besehen ist Robert Mittringer gesellschaftskritisch, ohne eine Botschaft vor sich herzutragen.