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Kurzbeschreibung


April

Wir schliefen miteinander im April.
Da wurden Jahr und Zeit getauscht
und "wahr" und "Traum"
und mein und dein Schlaf.

Getauscht, getäuscht. Was heißt nun "ich"
und was heißt "du"? Und wer ist fort, wer hier?
Mit wem ich bin ich liege fern von mir.
Was je als Traum stirbt lebt nur im April.

Wo aber bleibt "April"? Das Jahr ist halb,
und diese Stadt, sie wechselt mit den andern Städten,
denn "wahr" ist so beständig wie der Mond,
und was als Leib stirbt, das lebt nie wieder.



Rezensionen
ORF Radio Österreich 1:

Der Autor und Kunsthistoriker Wieland Schmied wurde 1929 in Frankfurt am Main geboren, kam 1939 nach Wien, studierte hier Jus und Kunstgeschichte. Er war später unter anderem Direktor der Kestner-Gesellschaft Hannover, Hauptkustos der Nationalgalerie Berlin, Direktor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1992 erhielt Wieland Schmied den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik. Er lebt in Vorchdorf in Oberösterreich. Wieland Schmied hat sich über Jahrzehnte gleichermaßen mit Fragen der bildenden Kunst wie der Literatur beschäftigt. Gemeinsam mit seiner Frau, der Fotografin Erika Schmied, hat er auch mehrere Bücher über Thomas Bernhard herausgegeben.

"Neben den vielen Ehrungen seiner Verdienste als Kunsthistoriker erscheint es heute wichtig, auch den Dichter Wieland Schmied wieder zu würdigen", schreibt der Germanist Hans Höller in seinem Nachwort zu diesem Lyrikband. "Es sind Gedichte, die alle - was vielleicht eine Eigenschaft guter Gedichte ist - eine Verbindung zum Gegenständlichen, Bildlichen, und bei Schmied eben eine Verbindung zur bildenden Kunst aufweisen. Wieland Schmied stellt sich mit diesen Gedichten in eine weit zurückreichende Tradition der Literatur. Für seine Kunst-Gedichte ist charakteristisch, dass sich das nachdenklich beobachtende Ich zurücknimmt, ganz dem Gegenüber und seinem Werk zugewandt ist, ganz auf das Verstehen des Künstlers und seiner Bilder gerichtet. Diese Gedichte wollen, indem sie von Kunst und von Künstlern sprechen, auf die Erweiterung unseres Sehens hinaus."

(Ankündigung zur Sendereihe "Nachtbilder - Poesie und Musik", Sommerreprise vom 9. Juli 2011)


http://oe1.orf.at/programm/278887