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Kurzbeschreibung

Der beliebte Fernsehstar Harald Liedl wurde einer grausamen Tat überführt: Er hatte seinen Konkurrenten F.K. mit fünf Schüssen getötet, die Leiche in 18 Teile zersägt und in öffentlichen Mülleimern entsorgt. Liedl wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, kommt jedoch nach 16 Jahren wegen guter Führung frei. Zur gleichen Zeit finden Linzerinnen und Linzer mit zunehmendem Entsetzen an verschiedenen Orten der Stadt Teile einer Mädchenleiche. Polizeioberst Max Steinberg hat als Polizeijurist im In- und Ausland alles an Grausamkeit und Brutalität gesehen und erlebt. Jetzt steht er vor einem Rätsel. Er riskiert sein Leben, um den "Übertötungsmörder" zu fassen.

So wie in seinen Romanen "Leihgabe", "Reichweite", und "Freigang" siedelt Volker Raus den neuen Fall wieder in seiner Heimatstadt Linz an. Im Stile eines "Stadtschreibers" kommentiert er neben Steinbergs Ermittlungsarbeit den SWAP Finanzskandal, die ersten Gehversuche der Tabakfabrik, sowie den Kampf um die Erhaltung der Linzer Eisenbahnbrücke. Steinberg trifft sich mit bekannten Leuten in bekannten Lokalen der Stadt und findet mit einer Ärztin endlich seinen "Lebensmenschen".

Für die Gestaltung des Buchcovers hat Hermann Nitsch - einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Österreichs - die Verwendung eines seiner "Schüttbilder" genehmigt. Das Original hängt im Linzer Kunstmuseum LENTOS.


Rezensionen
Reinhold Gruber: Ein Ermittler, ein Mordfall und ganz viel Linz

Das Linzer Lokal-Kolorit hat Charme, aber es dauert, bis Volker Raus in seinem neuen Roman auf Touren kommt

Appetitlich ist es nicht gerade, was da nach und nach, Stück für Stück in der Linzer Innenstadt gefunden wird. Die verpackten Fleischstücke, wie sie in den Supermärkten angeboten werden, besitzen keinen Genussfaktor. Nicht, weil ihre Ablauffrist schon verstrichen ist, sondern weil es die Überreste eines Menschen sind. Alles deutet auf einen bestialischen Mörder hin. Die einzelnen Stücke, die einer Gesetzmäßigkeit folgend nach und nach entdeckt werden, weil es der Täter scheinbar so wollte, gehören zu einer jungen Frau. Der 18-jährigen Deutschen wurden offenbar bei lebendigem Leib schwerste Schnittverletzungen zugefügt, ehe sie starb.

Volker Raus aktiviert in seinem neuen Kriminalroman "Übertötung" erneut seinen Polizeioberst Max Steinberg. Der Jurist, der es mit der Obrigkeit nicht so hat, dafür aber gerne durch die Länder zieht und eher selten in Linz anzutreffen ist, stolpert in den Fall eines Mörders, an dessen Zurechnungsfähigkeit man durchaus zweifeln kann. Die Sonderkommission, der Steinberg anfangs gleich einmal den Rücken kehrt, um sie später doch zu leiten, entpuppt sich als etwas stumpfes Werkzeug. Da bringt das Ermitteln auf eigenen Wegen mehr. Eine Spur zum Täter führt über die dunkle Seite des Internet.

Mit "Übertötung" setzt der Linzer Autor seine Krimi-Serie fort, in der er wie selbstverständlich bekannte Kriminalfälle mit in die Handlung verwebt. Diesmal spielt am Rand der "Fall Frodl" eine Rolle. 1993 war der beliebte TV-Moderator für den Mord an einem Studiobesitzer, den er anschließend in 17 Teile zerstückelte, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In "Übertötung" kommt die Figur und die Tatsache, dass er nach 17 Jahren aus der Haft entlassen wurde, als Jugendfreund des Ermittlers vor.

Ein Linzer fühlt sich schnell in diesem Roman zu Hause. Das berüchtigte SWAP-Geschäft der Stadt, die eigenartigen Vorgänge um die Eisenbahnbrücke, die Lokale und Treffpunkte - der Roman ist reich an Linz-Bezügen.

Dennoch dauert es etwas lange, bis Raus in der grausamen Mordgeschichte Tempo aufnimmt und sich nicht in vielen kurzen Andeutungen verliert. Am Ende, als Steinberg sein Leben riskiert, um dem Täter auf die Spur zu kommen und sich die Geschichte anders entwickelt, als man anfangs angenommen hatte, zeigt der Linzer Autor aber seine ganze Erzählstärke.

(Reinhold Gruber, Rezension in: Oberösterreichische Nachrichten, 14. Juni 2014)