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Kurzbeschreibung

[Hrsg. von M. Horsky ; S. Menches]


Heinrich Menches, 1941 in Wien geboren, wurde von Vater und älterem Bruder in die Welt der Malerei eingeführt. In den 1960er Jahren folgte das Studium der Malerei bei Sergius Pauser an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

In einem frühen Stadium der Malerei von Heinrich Menches war ein spätkubistisches Raumkonzept prägend, das vom Werk Herbert Boeckls beeinflusst war. Die Maler-Generation, der Menches angehört, war die letzte, die in einem späten Atemzug des Kubismus zu einer eigenständigen Sprache finden konnte. In der nächsten, Anfang der fünfziger Jahre geborenen Generation war dieser Faden bereits abgerissen. Die Aneignung eines kubistischen Bildkonzepts führte bei Menches zu einem tiefen Verständnis hinsichtlich einer bildnerischen Räumlichkeit. Diese kommt in seinen Werken ab Mitte der 1980er Jahre zur vollen Entfaltung.

Heinrich Menches überschreitet mit seinen Bildern eine Grenze und eröffnet - sich wie dem Betrachter - die Möglichkeit eines "radikalen Sehens". Überlieferte Bild-/Stilkonzepte, die an künstlerischen Sprachmöglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten, sind über Bord geworfen. Die Ölfarbe wird als pure Materie freigesetzt. Es entsteht eine vollkommene Verschmelzung von Motiv, Gegenstand, Farbe und Materie.

Der Raum, der in diesem kleinformatigen Bildern aufgespannt wird, überwindet mit souveräner Leichtigkeit die konkreten Abmessungen der Formate und lässt die Bilder monumental wirken. Das Ergebnis sind stark aufgelandene Bilder, die das Motiv bei jedem Hinschauen neu entstehen lassen.

Man schaut diese Bilder nie zu Ende. Ihre Erscheinung ist unabhängig von jeder Stilverabredung und jeder spekulativen Bildformel. Ihnen ist stattdessen ein profundes Wissen über die Malerei selbst eingeschrieben.

(Michael Horsky)