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Kurzbeschreibung

Ein Duft oder ein ganz bestimmter Geruch hat mich schon oft an längst vergessene Begebenheiten erinnert und schlagartig waren alle Einzelheiten zugegen.

Unlängst hatten wir in der Nähe des Wäschemuseums zu tun. Ein Rosenstrauch schlängelte sich entlang der Mauer in Richtung Eingang. Der Strauch zog mich magisch an, denn ererinnerte mich an etwas ganz Bestimmtes aus meiner Kindheit und ich roch an einer der Blüten. Der feine, angenehme Duft dieser Rose versetzte mich geradewegs in meine Kindertage zurück, und plötzlich war dieses Bild vor meinem geistigen Auge ganz klar zu sehen.

Als wir noch kleine Kinder waren und noch nicht zu jeder erdenklichen Arbeit herangezogen wurden, durchstreiften wir mit Vorliebe unser Dorf. Da gab es jede Menge zu entdecken. Wir kraxelten auf Bäume, wateten barfuss nach einem Gewitter im aufgestauten warmen Wasser des Baches, pflückten Kornblumen und banden daraus Kränze. Wir spielten Völkerball und zählten oft bis Tausend, ehe uns beim Federball der Flugball zu Boden fiel. Besaß einer ein Fahrrad, wurde mit diesem solange gefahren, bis es einen "Platten" hatte. Doch meine Liebe galt dem Blumengarten der Blöchl-Bäuerin im "unteren Dorf". Schon von Weitem duftete es nach Phlox, Rosen, Herzerlstäcken, Margariten und im Herbst nach Dahlien in allen Farben. Ich hätte mich am liebsten dazulegen und in die duftende Farbenpracht dieses herrlichen Bauerngartens einhüllen mögen. An sonnigen Tagen leuchtete der Phlox mit seinen hunderten von Blütenstängeln in Weiß, Rot, Rosa und in Hell- und Dunkelviolett. Auch die verschiedenfarbigen Gladiolen ragten wie stolze Soldaten in den Himmel.