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Kurzbeschreibung

"Als der D-Zug Wien-Berlin-Breslau aus dem damaligen Wiener Ostbahnhof rollte, die winkenden Eltern immer kleiner wurden und das Zugfenster geschlossen werden musste, weil Zugluft und Rauch ins Abteil strömten, nahm ich mein erstes Kriegstagebuch zur Hand ..."

Anhand von sechs Tagebüchern schildert Wilhelm Cerveny als einer der letzten überlebenden Zeitzeugen in Wort und Bild, wie er im Alter von 16-20 Jahren den Zweiten Weltkrieg erlebte und überlebte.

"Einen Krieg erlebt zu haben oder ihn nicht erleben zu müssen, ist Schicksal, Bestimmung oder Fügung. Man wird in eine Zeit hineingeboren und begreift erst viel später, was man versäumt hat oder was einem erspart geblieben ist."


Rezensionen
Gerhard Spanring: Kriegstagebuch präsentiert - „Erlebt und überlebt“

Erlebnisse und Erinnerungen, in sechs Kriegstagesbüchern dokumentiert, hat Wilhelm Cerveny in seinem „Kriegstagebuch 1944 - 1947“ zusammengefasst.

Vor zahlreichen Zuhörern, darunter viele seiner langjährigen Freunde und Wegbegleiter, präsentierte der Autor Oberstudienrat Wilhelm Cerveny (Jahrgang 1927) aus Geyersberg im Prälatensaal im Stift Dürnstein seine jüngste Publikation, ein „Kriegstagebuch 1944 - 1947“ über seine Kriegserinnerungen.

Nach dem Motto „Nicht erzählt bekommen und aufbereitet, sondern selbst erlebt und überlebt“ zelebrierte der Autor wie nach einem Drehbuch minutiös und anschaulich in Wort und Bild einen Rückblick über seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg aus der Sicht als 16- bis 20-Jähriger.

Die Zeit als Luftwaffenhelfer an der Flak über den Reichsarbeitsdienst in Polen und Fronteinsatz in Ungarn als Soldat der Deutschen Wehrmacht bis zur dreijährigen Kriegsgefangenschaft in der Ukraine hatte Cerveny in sechs postkartengroßen Tagebüchern festgehalten. Die darin enthaltenen Skizzen hat er auf fünfzig vergrößerten Bildtafeln ausgestellt sowie als Dias großflächig projiziert.

So etwa die Funktion der Flakgeschütze und einer – nachgebauten – 8,8-Zentimeter-Patrone, angreifende Flugzeugformationen, präzise Exerziergriffe mit dem Spaten beim R.A.D. im Jahre 1944, von der Reichsfleischkarte bis zum Heimkehrer-Entlassungsschein hatte der Autor in seinen kleinen Tagebüchern – und in seinem wachen Geist – festgehalten. Seine Ambivalenz zum „Führer“ drückt er aus, indem er ihn mit Napoleon vergleicht, welcher ebenfalls „mit Mann und Ross und Wagen“ geschlagen wurde.

In seiner Einführung würdigte Dürnsteins Bürgermeister Johann Schmiedl Professor Cervenys Rückblick in das Geschehen des Zweiten Weltkrieges als besonders für „Spätgeborene“ wichtig.

Hausherr Pfarrer Hugo de Vlamnick kennt das Multitalent Cerveny schon lange als den Erbauer der Steinkreisanlage – von den Besuchern oft als „Stonehenge von Geyersberg“ bezeichnet –, als Autor von Bildbänden über den Dunkelsteinerwald, als Kultur- und Dokumentarfilmer, er kennt dessen Talente als Fotograf, Filmer und als Bildhauer, der seine sehenswerten Plastiken aus den verschiedensten Materialien herstellt. Er wünschte dem vielseitigen Künstler und Humanisten weiterhin ungebrochene Schaffenskraft.

(Gerhard Spanring, Rezension in: Niederösterreichische Nachrichten, 22.8.2015)


http://www.noen.at/nachrichten/lokales/aktuell/krems/Kriegstagebuch-praesentiert-Erlebt-und-ueberlebt;art2512,660319