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Kurzbeschreibung

Agnes Heginger: Gesang, Rezitation, Komposition
Maria Frodl: Violoncello, singende Säge, Rezitation


Christine Lavant (1915 - 1973), zählt zu den bedeutendsten LyrikerInnen und ErzählerInnen der österreichischen Nachkriegsliteratur. „Verrückung“ ist eine Annäherung an das Leben der Autorin und widmet sich ihrer sprachgewaltigen Lyrik, sowie der posthum erschienenen Erzählung „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“. In der ungewöhnlichen Besetzung – Sprechstimme, Cello, singende Säge, Singstimme – werden die Rauschhaftigkeit ihres Schreibens, das Gefangen-Sein in den eigenen Befindlichkeiten, die tiefe innere Zerrissenheit, sowie der wilde Drang sich mit Worten zu befreien, zum Tönen gebracht.

Das Selbst ist ein herrliches Geheimnis hinter tausend einem Elend und niemals darstellbar ... das wahrhaft Erlebte oder vielmehr die stückweisen Spiegelbilder davon finden sich mehr oder weniger verzaubert-verdichtet in meinen Büchern. (Christine Lavant)

Durch den Aufenthalt eines ihr persönlich sehr nahe stehenden Menschen im psychiatrischen Zentrum Baumgartner Höhe 2001 kam Agnes Heginger intensiv mit der Thematik des psychischen Abgleitens und den darauf folgenden Reaktionen der Umwelt in Berührung.

„Ich lasse gerne meinen privaten Wahnsinn in die Luft hinaus und gebe meiner tiefen Sehnsucht nach Stille Laut. Am schönsten ist es, wenn ich wie ein Kind sehe, höre, reagiere, spiele. Manchmal ist es Magie, das habe ich besonders gerne. Es ist eine große Lust, mit meiner Stimme zu tanzen, zu fliegen!“

Maria Frodl wurde als erstes Kind ihrer Mutter und als zweites Kind ihres Vaters in eine Grazer Musikerfamilie geboren. Von der Blockflöte über das Klavier wurde schließlich das Violoncello ihr Hauptinstrument, welches sie in Graz und Wien studierte.

Die Sehnsucht aus dem vorgegebenen Weg eines klassisch ausgebildeten Musikers auszubrechen brachte sie bald zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und in Folge zur freien Improvisation. Dies wurde ein wichtiges Gegengewicht zum Orchesterberuf bei den Vereinigten Bühnen Wien.


Rezensionen
Bodo Hell:

Liebe Agnes, liebe Maria,
liebe Maria, liebe Agnes,

da ist Euch mit Euren 22 Einstiegen in die expressiv gestaltete Hörwelt der GeistesGesundundKrankheit am Leitfaden von Ch. Lavant etwas sofort und anhaltend zu Ohren und Herzen Gehendes gelungen; ich lege die Cd bei Autofahrten auch für mitfahrende Personen ein, worauf stets helle Begeisterung aufkommt, die ich Euch hiemit übermitteln darf

ps. genial auch Eure minimalisierte SchlußchorAndeutung der Matthäuspassion, will man eigentlich nur mehr so und keineswegs chorisch aufgefettet sowie klangbadverdächtig hören

pps. auch Cd-Aufmachung und Booklet-Texte eine große Freude.

lieben Gruß von Bodo

(Bodo Hell an Agnes Heginger und Maria Frodl am 22.2.16)