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Kurzbeschreibung

Enzyklopädie des Wiener Wissens : Porträts ; 3


Österreich hat sich Jahrzehnte lang um eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus gedrückt.

Einer der wenigen, die früh schon tatkräftig gegen das Vergessen gearbeitet haben, war Herbert Steiner (1923 - 2001). Mit der Gründung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes bereits in den 1960er Jahren hat er dafür eine langfristig wirkungsvolle Institution geschaffen. Dabei ging es ihm nicht nur um die Geschichte des Widerstands, sondern auch um die Dokumentation der verschiedenen Opfergruppen sowie des Ausmaßes nationalsozialistischer Verfolgung.

Bereits während seiner Zeit im englischen Exil (ab Ende 1938) entfaltete Steiner als Sekretär der Jugendorganisation "Young Austria" eine intensive politische und kulturelle Tätigkeit, die er nach dem Krieg weiter ausbaute. So reichte seine Förderung des Jura Soyfer-Gedenkens bis in die London-Jahre zurück, ebenso wie seine intensive Netzwerkarbeit viele internationale Kontakte ermöglichte. Vor dem Hintergrund seiner kommunistischen Überzeugung, die allerdings im Laufe seines Lebens immer brüchiger wurde, engagierte sich Herbert Steiner im wissenschaftlichen Austausch zwischen West- und Osteuropa. In Erinnerung bleiben zudem seine Leistungen in der Erforschung der österreichischen Arbeiterbewegung und der Revolulion von 1848.

Die vorliegende politische Biografie zeichnet diesen denkwürdigen Lebensweg nach. Sie macht deutlich, wie es über parteipolitische Grenzen hinweg gelingen kann, Verbündete im antifaschistischen Engagement zu gewinnen und breite Allianzen im Einsatz für Demokratie und Aufklärung zu bilden.