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Kurzbeschreibung

wos budlsd di
denn do af?

wos mischsdi
denn do ei?

dös gehd di
üwahaubd nix o!

owa scho
goa nix gehd di dös o!



Rezensionen
Ludwig Roman Fleischer: Saftige Dialektmusik mit Variationen

In seinem neuesten Gedichtband langt Fritz Lichtenauer so richtig hin auf die oberösterreichische Dialektorgel, und die ist wahrlich eine Königin der Sprachinstrumente. Heimat, trautes Heim und Häuselbau-Baraban, die Leiden des Dichters am all zu viel dreindenkenden Computer, das allgemein übliche Räsonieren über welches Wetter auch immer, der Onkel Doktor und die gute alte Gesundheit, das Schimpfen als ars pro artem: Dem ehemaligen Landesbeamten, langjährigen Hauptredakteur und Herausgeber der Literaturzeitschrift „Die Rampe“ und des „Oberösterreichischen Kulturberichtes“ geht der Atem nicht aus und es werden ihm die Virtuosenfinger nicht klamm.

Als besondere Glanzstücke seien die Fahrt im Drawi mit Nawi und Generationsgespräche mit neusprachlichen Enkeleinschüben erwähnt. Wenn die Mutter angesichts jungzeitgenössischen Neusprechs meint, dass sich der Großvater im „grob umdrahad“, repliziert das Enkerl „Dös wa owa urcool“, „Ma, wa dös geil“; wer bei der auf Oberösterreichisch erfolgenden Erklärung, was Chillen bedeutet, nicht lacht, der ist ein „Grantscherm“, der von Fritz Lichtenauer erschaffen sein könnte.

Immer wieder fasziniert die ungeheure Musikalität von Lichtenauers Sprache, begeistern Gedichte, deren Struktur geradezu an die Sonatenhauptsatzform erinnert, mit Exposition, Durchführung, Reprise und Variationen. Zum Beispiel im ersten Gedicht des Anfangkapitels „Mog hoam“.

Da kriegen nicht nur Leute Sehnsucht nach diesem (durchaus hintergründigen) Hoamatland, die - wie der Weana Rezensent - eine oberösterreichische Schwiegertochter in spe haben.

(Ludwig Roman Fleischer, Rezension in: Morgenschtean. Die österreichische Dialektzeitschrift, #U52/53, 2017, S. 22)