Erzählungen als Provinzler in der Großstadt fünf Geschichten im Dialekt
21 x 15 cm, 112 Seiten, 20,00 € (35,00 sfr) ISBN 978-3-85252-991-2
Es war in Früahling, vor a paar Jahr, wia de Gschicht passiert is, z’Wean am Yppenplatz, in sechzehnten Bezirk .... So harmlos und gemächlich beginnt die erste Erzählung "Das doppelt gestohlene Fahrrad". Doch Glechners Prosa hat es faustdick hinter den Ohren, obwohl oder gerade weil sie scheinbar naiv, wie die buchstäbliche Unschuld vom Lande daherkommt. Die Erzählungen ranken sich um die skurrilen Erlebnisse von Provinzlern, die sich in der Großstadt behaupten lernen – mithilfe einer merkwürdigen Mischung aus unbeirrbarem Hausverstand und einer Portion verstiegener Philosophie. Die saftige Ausdrucksweise seiner Innviertler Heimat verleiht Glechners Texten authentische Lebendigkeit. So dass man, vor Spannung und Vergnügen, erst im Nachhinein vielleicht bemerkt, dass diese Geschichten auch deshalb so mitreißend wirken, weil sie – weit über den Stadt-Land-Konflikt hinaus – den Kampf jedes Einzelnen zum Thema haben, den – in diesem Fall erfolgreichen – Kampf des Individuums gegen seine totale Verwaltung und Gleichschaltung. Der Dialekt als Erzählsprache – hier ein logisches Stilmittel – unterstreicht unterhaltsam und eindrucksvoll das Festhalten am Eigenen, Persönlichen, als Schwimmer gegen Strom und Masse. »Glechners Geschichten schleichen sich ein wie Ohrwürmer« (Markus Köhle)
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"Wuidantn-Alarm"
Liebe Wienerinnen und Wiener, geht's in Deckung! Ein meisterlicher Erzähler im Dialekt seiner Heimat (Lambrechten in Oberösterreich) ist unterwegs! Und zwar in vier von fünf Geschichten seines vorliegenden Erstlingsbandes in der Bundeshauptstadt, in einer der Storys in Marokko. Auch wenn das einem jungen Nikolaus ähnlich sehende Erzähler-Ich im Großen und Ganzen ein sehr netter "Kundd" ist: Die Beschreibung seiner Wilden Jagd über den Wieder Gürter in einer buntscheckigen "Ente", deren viele verschiedenen Kotflügelfarben allesamt von Straßenkämpfen stammen, weil sich der Fahrer im Straßenverkehr als "Kampferpel" geriert, kann einer gemäßigten Verkehrsteilnehmerin schon eine Gänsehaut verursachen. Wirklich traumatisiert ist vom Erzähler auf ganzen 105 Prosaseiten nur eine Litega-Verkäuferin, der er in er vollbesetzten Straßenbahn eine volksrednerische Predigt darüber hält, wie gemein es von ihr war, ihm eine Federkernmatratze angedreht zu haben, an der außer einem Fakier kein Mensch eine Freude haben kann.("Morgenschtean", Helga Pankratz)