Linschinger Josef Josef Linschinger
Die Faszination des Sudoku

Kunst
deutsch - englisch - japanisch
Beiträge von Marlene Lauter und Philipp Hübner

17 x 12 cm, 74 Seiten, vierfärbig
13,00 € (0,00 sfr)
ISBN 978-3-99028-203-8


Stk.

Wichtig für die Betrachtung der Bilder von Josef Linschinger ist die Tatsache, dass der Künstler sich für seinen Sudoku-Zyklus den Regeln dieses mathematischen Spiels und damit einer strengen Methodik unterwirft. Sudoku-Rätsel arbeiten mit den Ziffern 1 bis 9, eingetragen in 9 Quadrate, die ihrerseits jeweils in 9 Quadrate unterteilt sind. Den Ziffern ordnet Josef Linschinger jeweils eine Farbe zu. Anders als die Ziffern, die Form und Wert haben, füllen Josef Linschingers Farben die Quadrate vollständig. Er nutzt somit die Grundform der Konkreten Kunst schlechthin, deren verbreiteter Einsatz von ihrer Gleichseitigkeit rührt: Da sie keine Richtung vorgibt wie das Dreieck und als Raster das ganze Bild bedecken kann, tritt sie als Form zugunsten der Farbe zurück. (Marlene Lauter)

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Konkrete Poesie - konkrete Spielregeln.

Konkrete Poesie ist keine Erfindung des letzten Jahrhunderts, sondern vor allem in Japan oder Ägypten vor Christi Geburt eine optische Spielart mit Zeichen, Silben oder Buchstaben. Linschinger selbst ist bildender Künstler und arbeitet u.a. seit seinen Aufenthalten in Fernost nicht nur mit den Vokalen des lateinischen Alphabets sondern auch mit dem japanischen Katakana-Silbenalphabet und ordnet jeweils Farben zu. Außerdem entwirft er diverse Plastiken (Würfel aus Buchstaben und Zahlen), visuelle Gedichte und nun farbige Sudokurätsel.
In diesem Bändchen zeigt nun Lischinger die Bindung an die Methode des Sudokus, die Bindung an die 9 Ziffern, denen er neun Farben zuordnet. Nicht seine spontane Entscheidung macht den Bildaufbau, sondern die Lösung des Sudokus bringt ein buntes reizvolles Bild, das jedoch dem strengen Achsenbau folgt und nicht den Quadratraster verlassen kann, hervor. Im Vorwort erklärt Philipp Hübner den Aufbau und die errechnete mögliche Anzahl der Variationen (6,7 Trilliarden mögliche Ziffernanordnungen) und im Nachwort liefert Marlene Lauter die mathematische Grundlage, insbesondere die Geometrie zur Erstellung der Sudokus, und widmet dem Autor und Künstler Josef Linschinger ein Essay. Dieser nahm das erste und sechste Sudoku eines Monats aus seiner Tageszeitung und stellte 25 Diptichons her, mit jeweilig einem Aufgabenbild auf schwarzem Grund und einem Lösungsbild auf weißem Grund, die alle in diesem schmalen Bändchen farbig erscheinen.
Ein gelunges Werk, das wiederum aus seinem Interesse zur konkreten Kunst gespeist wird und wie stets dreisprachig erscheint, also in Englisch wie Japanisch übersetzt worden ist. Eine mathematisch wie optisch interessante und stets überraschende Lösung einer möglichen Denksportaufgabe!
(Eva Riebler, LitArena 6|Oktober 2013)