Robert Jelinek – Ruptur der Aorta
Staatsentwürfe, Monologe und Szenarien · Drehbuch 2004–06
Robert Jelinek
ISBN: 978-3-902414-30-4
25,5×18,5 cm, [364] Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover
29,00 €
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Kurzbeschreibung
Das vorliegende Buch mit einer dichten Abfolge von Zeichnungen erscheint im Sommer 2007 anlässlich einer Ausstellung von Robert Jelinek in der Landesgalerie Linz. Die Projektrealisierung erfolgt im sogenannten »Wappensaal«, wo seit 2001 ein ursprünglich von der Galerie im Stifterhaus (1992–2000) etabliertes Programmangebot zur österreichischen Gegenwartskunst bis heute seine Fortsetzung findet. Das »Unternehmen Tagebuch«, das Robert Jelinek im Dezember 1992 in Kooperation mit der Galerie im Stifterhaus konzipierte, war dabei eines der ersten Projekte des österreichischen Künstlers, der zuvor an der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung in Linz studiert hatte.
Jelinek veröffentlichte beim »Unternehmen Tagebuch« während eines Monates in verschiedenen österreichischen Zeitungen private Botschaften in Telegrammform. Das Gesamtvorhaben vermittelte die Anfänge eines strategischen Denkens, das Jelinek in den folgenden Jahren unter der Marke »Sabotage« zu einem immer differenzierteren Handeln zwischen künstlerischer Praxis und kultur-, gesellschafts- sowie wirtschaftspolitischen Mechanismen weiterentwickeln sollte.
Was schließlich u. a. zur Etablierung eines Plattenlabels (»Sabotage Recordings« von 1995–1999) und zur Gründung eines eigenen Mikrostaates (»SOS – State of Sabotage«, seit 2003) führen sollte, folgte jeweils der persönlichen Überzeugung, eine Idee mit allen Konsequenzen als künstlerisches Projekt zu entwickeln und damit auch in alle anderen gesellschaftlichen Bereiche einfließen zu lassen. Robert Jelinek zielt nicht vordergründig auf eine Destruktion von Systemen ab. Vielmehr setzt er in der Kunst Konstruktionen, die Systemfaktoren enttarnen bzw. offensichtlich werden lassen. Die Visualisierung von Problemen und Fragestellungen ist eine Konsequenz der künstlerischen Arbeit Jelineks – jedoch nicht ihr vorrangiges Ziel.
Seine Rolle als Künstler ist ebenso vielgestaltig wie staatstragend. Er plant, produziert, konsumiert, konzipiert, sammelt, kommuniziert, pflanzt, designt, managet, kuratiert, zeichnet, organisiert und performt Kunst zwischen Ortsbezug, Institutionskritik, Handlungsanweisung, Intervention und »handelbarer« (Massen)ware.
Die im vorliegenden Buch zusammengestellten Zeichnungen können in ihrem Gesamtcharakter von Entwurf, Skizze und tagebuchartiger Notiz sehr eindrücklich vorführen, wie sehr Jelineks Arbeit insgesamt von der Idee der existenziellen und individuellen Reflexion bestimmt wird. Bei aller Professionalität, mit der sich Jelinek im weiten Feld des Betriebssystems Kunst mit vielfältigsten Schnittstellen bewegt, vermittelt gerade die Ikonografie seiner Zeichnungen das hohe Maß an Authentizität und biografischem Gehalt, das seinen neugierigen Blick auf und aus der Kunst auch stets so spannend erscheinen lässt.
(Martin Hochleitner)
[Dieses Buch erscheint anlässlich der Ausstellung von Robert Jelinek vom 5. Juli bis 19. August 2007. |
Katalogred.: Curd Woeller \
Kataloge der Oberösterreichischen Landesmuseen, N. S. 61]