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Kurzbeschreibung

„Mit seiner lakonischen Grundhaltung und seinem synästhetischen Farbklangzauber gibt der Dichter selbst vertrauten literarischen Topoi eine neue Wende und verleiht ihnen eine ganz besondere Eindrücklichkeit.“ (Alexandra Millner)


Beim Automechaniker

M: Ab 100 km/h?
A: Ab 100 km/h, wenn es bergab geht und der Fuß vom Gaspedal genommen wird.
B: Ich hab nichts bemerkt.
M montiert einen Autoreifen, setzt den Pressluftschrauber an, das Zischen ist hörbar.
M: Das muss kontrolliert werden.
A: Bei einer Rechtskurve werden die Vibrationen noch stärker.
B: Ich hab fast nichts bemerkt.
M: Das müssen wir uns ansehen, die Beschreibung allein genügt nicht.
A: Ja, das gehört geklärt.
M: Wo ist das Auto?
A: Es steht draußen vor der Werkstatt.
M: Dann herein damit, hier auf die Hebebühne!
A und B sehen sich an.
A, B: Wir sehen keine Hebebühne. Wo ist die Hebebühne?
M: Ohne Hebebühne können wir nichts tun, und wenn Sie keine Hebebühne sehen, so wird auch keine da sein.
A und B sehen sich an.
A, B: Sie haben von der Hebebühne gesprochen, sehen Sie vielleicht eine Hebebühne?
M: Geht es hier um mein oder um Ihr Auto?
A und B sehen sich an.
A: Freilich geht es um unser Auto.
M: Dann schnell auf die Hebebühne damit! Ich bin in Eile.
A und B sehen sich an, heben und senken die Schultern, gehen dann auf leisen Sohlen ab. M steht mit dem Pressluftschrauber in der Hand da und sieht ihnen entgeistert nach.