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Kurzbeschreibung

In dieser Familiensaga aus dem Mostviertel entwickelt sich aus verzwickten Beziehungsgeschichten ein Labyrinth an Verzweigungen und Irrwegen, in dem sich manische Selbstdarsteller ebenso tummeln wie introvertierte Träumer und Grüübler; exaltierte Phantasten treten neben pragmatischen Lebenskünstlern auf. Einem Jungen, der zunächst nur die kleine und enge Welt seines Dorfes kennt, erschließen sich die größeren Zusammenhänge und er begegnet Originalen und Käuzen, erfolgreichen Charismatikern und tragisch Gescheiterten.


Rezensionen
Michaela Aichinger: Spannende Familiensaga aus dem Mostviertel

Toni Distelberger ist Autor mit Mostviertler Wurzeln. Auf die Leser seines jüngsten Buches „Liebende im Mostviertel“ warten Einblicke in eine bewegte Lebensgeschichte.

„Die Titelgeschichte handelt von den Personen, die auch auf dem Titelbild meines Buches zu sehen sind. Mein Onkel Adi Distelberger war als Pfarrer von Dürnstein und Kolpingpräses in St. Pölten eine prominente Persönlichkeit. An seiner Seite ist auf dem Titelbild die Lebensgefährtin seines letzten Lebensjahrzehntes zu sehen. Für ihn als Priester war die langjährige Beziehung zu dieser Frau nicht unkompliziert“, erklärt Distelberger. Sein Onkel sei als umgänglicher und beliebter Priester bekannt gewesen „wie ein bunter Hund“, so der Autor: Am liebsten habe er sich unter Menschen aufgehalten, mit ihnen getrunken und gelacht. „Legendär ist die Verfolgungsjagd, welche er spätabends einer Gendarmeriestreife lieferte, die ihn in Krems kontrollieren wollte. Er fuhr der Polizei mit seinem Merceds mit dem Kennzeichen P-PPPP 1 davon – das stand für Priester-Promille-Professor-Präses. Erst am Bahnhof St. Pölten konnte er gestellt werden, wo man ihm den Führerschein abnahm, den er alsbald wiederhatte“, so Distelberger. Doch damit seien noch lange nicht die „Geschichten und G´schichtln“ erschöpft, die man sich über diese schillernde Figur bis heute an den Wirtshaustischen im Mostviertel erzähle.
„An erzählten Lebensgeschichten fasziniert mich deren subjektiver Zugang zur Geschichte. Menschen erzählen grundsätzlich immer und überall. Doch manche unter ihnen sehen ihre persönliche Geschichte als so wichtig an, dass sie diese für die Nachwelt dokumentiert wissen wollen. Sie haben spannende und aufregende Dinge erlebt, von denen sie nicht wollen, dass diese Abenteuer in Vergessenheit geraten. Sie erzählen von den Höhen und Tiefen des Lebens, von Niederlagen und Siegen, von schönen und traurigen Erlebnissen. Darin finde ich mich wieder“, beschreibt Distelberger seine Vorliebe für dieses Genre.

(Michaela Aichinger, Rezension in den TIPS-Ausgaben Amstetten und Ybbstal Kalenderwoche 47/2020, S. 14[?])


Karin Katona: „Ich liebe Geschichten“

Der Autor Anton Distelberger stellt seine neuen Erzählungen vor: Eine handelt von seinem Onkel, dem „Priester Promille Präses“.


NÖN: Der Titel Ihres Buches lautet „Liebende im Mostviertel“. Wer waren diese Liebenden?
Anton Distelberger: Die Titelgeschichte handelt von den Personen, die auch auf dem Titelbild zu sehen sind: Mein Onkel Adi Distelberger, Pfarrer von Dürnstein und Kolpingpräses von St. Pölten. An seiner Seite die Gefährtin seines letzten Lebensjahrzehnts.

Ein Priester und die Beziehung zu einer Frau?
Distelberger: Für ihn war die langjährige Beziehung zu dieser Frau auch nicht ganz unkompliziert. Und für sie war es schwer, nicht offiziell die Frau an seiner Seite sein zu können. Mein Onkel war kein einfacher Mensch. Aber sie ist bis zum Schluss bei ihm geblieben und er ist in ihren Armen gestorben.

Warum war Ihr Onkel so eine prominente Persönlichkeit?
Distelberger: Er war als umgänglicher und beliebter Priester bekannt wie ein bunter Hund. Am liebsten hielt er sich unter den Menschen auf. Er war sehr charismatisch, konnte die Leute ansprechen. Er verkündete das Evangelium als Frohbotschaft. Ich würde ihn als einen sozial kompatiblen Alkoholiker bezeichnen. Aber gerade das machte ihn so beliebt.

Darum haben Sie eine Geschichte über ihn geschrieben?
Distelberger: Zu der Geschichte kam es, als wir nach seinem Tod seine Wohnung ausgeräumt haben. Jeder sollte sich etwas mitnehmen. Ich habe ein Foto gefunden, wo ich selbst als kleiner Bub mit ihm drauf war. Da habe ich beschlossen, dass ich diese Geschichte erzählen muss. Damals war gerade meine Tochter geboren worden und ich wollte die Geschichte auch für meine Kinder festhalten.

Hat Ihre Tochter das Buch schon gelesen?
Distelberger: Sie ist jetzt 16. Sie hat es sich gleich geschnappt und ganz vertieft gelesen. Dann hat sie gesagt, es sei spannend und lustig. Für mich als Vater ein Kompliment.

Handeln auch die anderen Geschichten im neuen Buch von Ihrer Familie?
Distelberger: Es sind alles erzählte Lebensgeschichten. Und bei der Recherche stößt man immer wieder auf Dinge, die kaum noch jemand weiß, und kommt dadurch wieder auf andere Personen.

Sie haben schon mehrere Bücher geschrieben – sind das auch Geschichten aus dem wahren Leben?
Distelberger: In meinen drei Büchern „Von der Liebe erzählen“, „Großvaters Geschichten – ein Leben im Mostviertel“ und „Das Mädchen im Badeanzug“ habe ich mich mit erzählten Lebensgeschichten beschäftigt.

Fiktion interessiert Sie also nicht?
Distelberger: Mich faszinieren Menschen und ihr subjektiver Zugang zur Geschichte.

Werden Sie irgendwann Ihr eigene Biografie schreiben?
Distelberger: Die habe ich indirekt in diesem Buch erzählt. Wenn man die Geschichten liest, zieht sich meine eigene Lebensgeschichte wie ein roter Faden hindurch. Es fängt an mit mir als kleinem Buben, der im Wald und im Dorf unterwegs ist, mit einer Freiheit, die Kinder heute nicht mehr haben.

Zurück zum Buch: Geht es in den Geschichten nur um die Liebe?
Distelberger: Es geht nicht in erster Linie um die Liebe, sondern um Beziehungen aller Art, zum Beispiel auch zwischen Kindern und Eltern. Aber auch alle anderen wichtigen Beziehungen im Laufe eines Lebens.

Und zum Schluss noch eine Anekdote über Ihren Onkel?
Distelberger: Die bekannteste Anekdote ist wohl die über die Verfolgungsjagd, die er sich mitten in der Nacht mit der Polizei lieferte, die ihn in Krems kontrollieren wollte. Er fuhr der Streife mit seinem Mercedes mit dem Kennzeichen P-PPPP (für Priester Promille Professor Präses) davon und konnte erst am Bahnhof St. Pölten gestellt werden, wo man ihm den Führerschein abnahm. Nicht zum einzigen Mal übrigens.


(Karin Katona im Gespräch mit Anton Distelberger, erschienen in der NÖN Ausgabe Erlauftal, online verfügbar seit 21. November 2020)


https://www.noen.at/erlauftal/neues-buch-anton-distelberger-ich-liebe-geschichten-wieselburg-land-bucherscheinung-anton-distelberger-print-233857375#


Hans Boeger: „Liebende im Mostviertel – die gefundene Geschichte“

Toni Distelberger, im Erlauftal aufgewachsen, lebt seit vielen Jahren in Perchtoldsdorf. In seinem aktuellen Buch – „Liebende im Mostviertel – die gefundene Geschichte“ – rankt sich alles um eine Familiensaga aus dem Mostviertel, in der sich manische Selbstdarsteller ebenso tummeln wie introvertierte Träumer und Grübler. Einem Jungen, der zunächst nur die enge Welt seines Dorfes kennt, erschließen sich die größeren Zusammenhänge und er begegnet Originalen und Käuzen, erfolgreichen Charismatikern und tragisch Gescheiterten.
Die Titelgeschichte handelt von den Personen, die auch auf dem Titelbild zu sehen sind: „Mein Onkel Adi Distelberger war als Pfarrer von Dürnstein und Kolpingpräses in St. Pölten eine prominente Persönlichkeit“, erklärt Toni Distelberger. An seiner Seite die Lebensgefährtin seines letzten Lebensjahrzehnts. „Mein Onkel war als umgänglicher und beliebter Priester bekannt wie ein bunter Hund. Am liebsten hielt er sich unter Menschen auf, trank mit ihnen und lachte mit ihnen.“
Legendär sei die Verfolgungsjagd gewesen, welche er sich spätabends mit einer Gendarmeriestreife lieferte, die ihn in Krems kontrollieren wollte. Er fuhr mit seinem Mercedes mit dem Kennzeichen „P-PPP 1“ davon (das stand für Priester-Promille-Professor-Präses) und konnte erst am Bahnhof St. Pölten gestellt werden, wo man ihm den Führerschein abnahm, den er alsbald wieder hatte.
Doch damit sind noch lange nicht die Geschichten erschöpft, die man sich über diese schillernde Figur bis heute an den Wirtshaustischen im Mostviertel erzählt.

(Hans Boeger, Rezension in der NÖN Ausgabe Mödling, online verfügbar seit 24. November 2020)


https://www.noen.at/moedling/buchtipp-liebende-im-mostviertel-die-gefundene-geschichte-perchtoldsdorf-autor-toni-distelberger-buchtipp-print-233859417#


Franz Aschauer: Adi Distelberger: Lebemann, Liebhaber, Priester

Adi Distelberger war Präses und schillernde Persönlichkeit. Sein Neffe widmete dem wohl beliebtesten Pfarrer, den Dürnstein je hatte, ein Buchkapitel.

P-PPPP-1: Mit diesem Auto-Kennzeichen, das ihm Freunde geschenkt hatten, soll Adi Distelberger zeitweise unterwegs gewesen sein. Wofür die vier P standen? Für Priester, Professor, Präses und Promille, so die Überlieferung.
Der Polizei sprang die einfache Buchstabenkombination immer wieder ins Auge. Distelberger verlor mehrmals wegen Trunkenheit am Steuer den Führerschein.
Der Geistliche im PS-starken Mercedes war gefürchtet bei der Gendarmerie. Beinahe Kultstatus hat eine Verfolgungsjagd im Dezember 1990, bei der Distelberger der Exekutive in Krems um die Ohren fuhr und erst am Bahnhof in St. Pölten gestoppt werden konnte. Einen Alkotest verweigerte er.
Diese und noch viel mehr Geschichten erzählt sein Neffe Toni Distelberger aus Perchtoldsdorf im Buch „Liebende im Mostviertel“. Auf der Titelseite: ein Foto von seinem Onkel Adi auf der Fähre der Familie Thiery aus Dürnstein, wo Distelberger von 1982 bis 1988 Pfarrer war. Bei ihm: seine langjährige Lebensgefährtin aus Baden.
Adi Distelberger ist seit mittlerweile 17 Jahren tot. Als Präses der Kolpingfamilie in St. Pölten und Initiator für die Errichtung zweier Wohnheime mit insgesamt 600 Betten machte sich der 1930 im Mostviertel geborene Geistliche früh einen Namen.
Er galt als großer Förderer der Jugend und begnadeter Prediger. So in Erinnerung hat ihn auch Johann Schmidl, der langjährige Bürgermeister von Dürnstein, der den Präses Distelberger in seiner Zeit in der HTL St. Pölten, wo er 1968 maturierte, kennenlernte.
Distelberger habe stets viel in Bewegung gebracht, auch in Dürnstein: „Bei der Stiftsrenovierung hat er in seiner jovialen Art große Unterstützung geliefert. Er hatte sehr gute Kontakte zur Politik“, erzählt Schmidl.
Distelbergers Beliebtheitswerte in der Wachau waren wegen seiner Bürgernähe enorm. „Es gab keinen Heurigen, wo man ihn nicht getroffen hat“, erinnert sich Schmidl zurück. Ihn als alkoholkrank zu bezeichnen, wie es Toni Distelberger in seinem Buch tut, würde er nicht. „Aber vielleicht sieht man das in der Wachau auch anders. Es möge sich jeder selbst bei der Nase nehmen.“
Etwas später als Schmidl hat Franz Richter Adi Distelberger kennengelernt. Der Kremser Stadtpfarrer traf 1976 ebenfalls als Schüler erstmals auf den Kolpingpräses. „Ich war im Stiftsgymnasium in Melk und habe eine Nachprüfung in Mathematik gehabt. Damals gab es im Kolpinghaus in St. Pölten Nachhilfekurse. Begonnen hat alles mit einer Ansprache von Adi Distelberger. Sein Schmäh hat mir imponiert.“
Richter traf erst 2001, als Pfarrer von Weißenkirchen, wieder auf Distelberger, der sich auch nach seiner Zeit in Dürnstein gerne in der Wachau aufhielt. Damals schon elf Jahre an seiner Seite: eine Frau. „Ich hatte den Eindruck, dass sie sich unheimlich gern mögen“, erzählt Richter. Ob es eine Liebesbeziehung gewesen sei, könne er aber nicht sagen.
Dass es definitiv das war, sagt Distelbergers langjährige Begleiterin, die heute 83 Jahre alt ist. Kennengelernt habe sie ihn im Schlosshotel Dürnstein. „Ich hatte damals einen Freund und war schon einmal geschieden. Ich fragte ihn, ob er uns verheiraten würde. Daraufhin hat er gesagt: ‚Jetzt tanzen wir einmal‘“.
Es dauerte nicht lange, und der bisherige Freund war Geschichte. Distelberger verbrachte glückliche Jahre mit seiner Partnerin und reiste mit ihr viel. Selbst bei einem Frühstück in Venedig mit Papst Johannes Paul II. sei sie dabei gewesen.
Versteckt hat Distelberger seine Freundin nie. Die Badenerin hat sich an der Seite eines Priesters, der eigentlich zölibatär leben sollte, nicht unwohl gefühlt. „Ich bin mir nicht besonders vorgekommen.“ Bis 2003, als Distelberger von Krankheit schwer gezeichnet starb, war sie an seiner Seite. Die Erinnerung an den Lebemann, den sie Freund nannte, strahlt im Licht der Vergangenheit hell.

(Franz Aschauer, Rezension in der NÖN Ausgabe Krems, online verfügbar seit 25. November 2020)


https://www.noen.at/krems/duernsteiner-im-portraet-adi-distelberger-lebemann-liebhaber-priester-duernstein-bucherscheinung-literatur-toni-distelberger-print-234897745#


Sonja Raab: Toni Distelberger, „Liebende im Mostviertel“

Dieses Buch liest man nicht einfach. Würde man es nur lesen, würde man den Zauber, der darin verborgen liegt, nicht entdecken. Man muss die Bilder im Kopf gar nicht erst entstehen lassen, sie entspinnen sich von selbst mit der Geschichte. Man riecht den Regen, man spürt die Hitze, man sieht die Protagonisten und man hört die Sprache des Autors, der wohl die Kraft seiner Ahnen im Herzen trägt und mit einer Wortgewalt daher kommt, die berührt und fasziniert zugleich. Gäbe es das Buch als Film, würde ich mir schon mal Karten bestellen fürs Kino. Kindheitserinnerungen, gespickt mit Mundartbegriffen, die aus längst vergangenen Zeiten zu kommen scheinen. Lustige und traurige Erlebnisse, nach jeder Szene fragt man sich, ob ein Mensch alleine wirklich so viel erlebt haben kann oder tatsächlich alles, was erlebt wurde, in diesem Buch verpackt ist. Reichhaltig und vielschichtig, Mostviertel intensiv.

(Sonja Raab, Rezension für das momag [Mostviertel-Magazin], [#388: Februar 2021?])


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