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Kult- und Schalensteine

Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland

Wolfgang Kauer

ISBN: 978-3-99126-042-4
24 x 17 cm, 288 Seiten, zahlr. vierfärbige Abb., Kt., Hardcover m. Schutzumschlag; Text dt., Zsfassungen in engl., franz. u. ital. Sprache
€ 28,00
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Kurzbeschreibung

Unser aller Umgebung ist von christlichen Motiven geprägt und historische Ereignisse dominieren unsere Geschichtsschreibung, doch sollten wir uns auch einmal auf die Spuren ursprünglichster Vorstellungen vom Leben besinnen und religiöse Denkweisen vor der Entstehung heutiger Weltreligionen kennen lernen. An Kultsteinen, Schalensteinen und Felsbildern nagt der Zahn der Zeit, sodass ich es als meine Aufgabe ansehe, prähistorische Spuren für künftige Generationen zu dokumentieren und dieser Kunst des Verborgenen ihre rätselhafte Bedeutung zu entlocken. Begleiten Sie mich dabei zu Sehnsuchtsorten im Maurenmassiv der französischen Riviera, in den Alpen und im Granit-Hochland, bis hin zur Mährischen Pforte.

Als Themen-Schwerpunkte enthält das Buch außerdem eine erste Präsentation der ältesten Megalith-Anlagen Österreichs, meine radikal neue Deutung der Venus von Willendorf als Schalenstein-Figur und eine erste Dokumentation von religiösen Kratz- und Ritzspuren der Pfahlbau-Kulturen an Felsen entlang westlicher Salzkammergut-Seen.



Rezensionen
Daniele Pabinger: Mystische Spuren des Menschen in der Natur: Ein Streifzug durch ein ungewöhnliches Buch

Kulträume entlang der Alpen und im Granit- und Gneishochland zeichnet Wolfgang Kauer in seinem neuen Buch „Kult- und Schalensteine“ nach – von der ligurischen Küste in Italien über Südfrankreich, die Schweiz, Süd- und Nordtirol bis in den Böhmerwald (Bibliothek der Provinz). Ein Schwerpunkt liegt auf Felsbildern der Bronze- und Eisenzeit im Salzach- und Saalachtal sowie den westlichen Salzkammergut-Seen.

Es ist wie ein Streifzug durch eine verborgene Welt. „Mir ist wichtig, dass ich den Leuten die Augen für ihre Umgebung öffne, sie auf Interessantes hinweise“, sagt der Salzburger Autor, der sich seit Jahren mit dieser Materie beschäftigt. Er verrät jedoch keine genauen Standorte der prähistorischen Werke, um das Kulturerbe zu schützen beziehungsweise vor der Zerstörung zu bewahren. So leicht zu finden wären diese Orte aber sowieso nicht, die Bildszenen oft nur schwer zu erfassen.
Eines der plakativsten Felsbilder ist der Jäger mit dem erhobenen Schild und den zwei Bären am Sparber in Strobl. Nach Angaben von Kauer hält der untere Bär in seinem Maul eine Hacke. „Es könnte sich um Sternbilder handeln, denn die Bären sind mit Punkten gefüllt, also etwa Großer und Kleiner Wagen. Der Jäger wäre dann der himmlische Jäger Orion.“
Gleich zwei Mal taucht das Motiv Hacke in einem Felsbild am Ofenauer Berg in Golling auf. Es hat sich dort in einem Kolk, in einer Felsschale, erhalten. Das Werkzeug schwebt dort quasi über einem Männchen und einem Hirsch. „Die Hacke ist auch in den südfranzösischen Felsbildern ein himmlisches Machtsymbol.“
Gleich in der Nähe, an der Flanke des Schwarzen Bergs, beleuchtet Wolfgang Kauer ein Felsbild mit mehreren Sonnenbezügen. Hier verlief eine alte Transitachse zwischen Salzach- und Lammertal. Auffällig ist ein schmaler Kahn mit einem Dreieckssegel. Wohin die (Sonnen-)Reise wohl geht?
Um eine Seelenreise geht es nach Einschätzung des Buchautors in den Felsritzbildern mit Pfahlbauten am Wolfgangsee. „Drei dieser Pfahlbauten mit Himmelsleitern, also Himmelshütten, gibt es im Gebiet der Brustwand in Strobl.“ Dieser erzählerische Felsbildschatz sollte in Zusammenhang mit dem UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ erforscht werden, das nennt Kauer als Anliegen, denn Salzburg sei noch nicht Teil dieses Welterbes.
Auf eine Reise können die Leser und Leserinnen mit diesem Buch jedenfalls gehen, vielleicht werden sie auf den einen oder anderen magischen Platz in ihrer Umgebung aufmerksam.

(Daniele Pabinger, Rezension in den Salzburger Nachrichten vom 28. Oktober 2021)


https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/mystische-spuren-des-menschen-in-der-natur-ein-streifzug-durch-ein-ungewoehnliches-buch-111503524


Oberösterreichische Nachrichten: Hat die Venus von Willendorf Mühlviertler Wurzeln?

Steinzeit-Neuinterpretation: Hobbyforscher Kauer sieht Megalithbauten im Mühl- und Waldviertel.

Wolfgang Kauer, Schriftsteller, Gymnasiallehrer und Kunst-Uni-Lektor, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schalensteinen und Felsritzungen – bevorzugt aus der Steinzeit. Seiner Meinung nach müsse die Vorgeschichte Oberösterreichs umgeschrieben werden, wie er in seinem neuen Buch „Kult- und Schalensteine“ […] argumentiert. Warum? „Weil die Megalithanlagen im Mühlviertel bisher nicht erkannt wurden“, so Kauer. Ein Archäologe aus Halle/Saale habe noch vor Kurzem gescherzt, dass es in Mittel- und Westeuropa überall Megalithbauten gebe, nur nicht in Österreich. Das will der Hobbyforscher so nicht stehen lassen.
„Steinmale waren auch für die ersten Oberösterreicher von großer Bedeutung“, sagt Kauer. „Man baute jedoch nicht Stein auf Stein, sondern entfernte bloß von Granitformationen, den sogenannten Wollsacktürmen, unpassende Steine und fügte einzelne Trittsteine, später Steinstufen, hinzu.“ Beispiele dafür seien auf dem Dreisesselberg, dem Bärenstein bei Aigen-Schlägl und anhand des Grafenhäusls bei Schrems zu erkennen.
Laut Kauer dürfte die älteste und bedeutendste naturreligiöse Opferstätte hierzulande der Blasenstein bei St. Thomas sein, „der aussieht wie eine Matrone aus dem Gravettien und damit der Frauenstatuette Venus von Willendorf ähnelt, die noch vor dem Kältemaximum der letzten Eiszeit in Kalkstein geschnitzt wurde“. Sowohl an der Venus als auch am Blasenstein seien Opferschüsseln angebracht worden. „Die Venus von Willendorf repräsentiert nicht nur eine Frau, sondern offenbar auch den Blasenstein“, meint Kauer.
Darüber hinaus vermeint der Salzburger mindestens drei bronzezeitliche Megalithanlagen (Hirtstein, Teufelsbründl, Eibenstein) zu erkennen. „Dafür schlug man je eine zentrale senkrechte Abflussrinne in den Fels und legte linkerhand davon Ebenen mit Wasserschüsseln an. Rechts schuf man Opferplattformen, die mit Steinkränzen umfriedet waren. In die Rinne hinein brachte man Schüttopfer dar.“

(Rezension im Oberösterreichische Nachrichten-Magazin vom 18. Dezember 2021, S. 7)


https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/hat-die-venus-von-willendorf-muehlviertler-wurzeln;art4,3514249