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Kurzbeschreibung

[artedition · Verlag Bibliothek der Provinz.]
[Hrsg.in: Gabriele Schöne.
Texte: Dominique Cromes, Andrea Jünger, Nina Schedlmayer.]


Eine neon-pinke Drachenfrucht, deren grüngelbe Blätter wie Flammen von der Leinwand lodern, eine knall-orange Kakipflaume, hinter der sich die Welt der Göttinnen verbirgt, ein lasziv-geöffneter Granatapfel, aus dem seine leuchtend-roten Samen quellen. Mit ihrer aktuellen Bilderserie hat Gabriele Schöne einen großformatigen Paradiesgarten angelegt. Die ältesten Kulturpflanzen der Welt hängen hier pflückreif an den Ästen. „Verführung“ heißt das Granatapfel-Bild: denn es war der Granatapfel – und nicht, wie oft falsch überliefert, der Apfel – den Eva im Garten Eden gepflückt, vernascht und damit die Geschichte in Gang gesetzt hat. […]
Gegensatzpaare sind zentrales Thema im künstlerischen Werk von Gabriele Schöne. Ihre frühesten Arbeiten – in den späten 1980er Jahren entstanden und vorwiegend in Schwarz-Weiß ausgeführt – experimentieren mit den Buchstaben X und Y und loten die Positionen von Mann und Frau, in der Gesellschaft und zueinander, aus. Mittlerweile hat das Weibliche im Werk von Gabriele Schöne die Oberhand gewonnen. Frauengeschichten inspirieren ihre Sujets, Frauenfiguren dominieren ihre Bilder.
Die Kaki, die Kornelkirsche, die Avocado – in den farbgewaltigen Darstellungen erinnern einzelne Elemente an naturwissenschaftliche Abbildungen aus dem 18. Jahrhundert, andere Szenen scheinen von technicolorem Science-Fiction inspiriert: eine weiß-leuchtende Frau steigt wie eine Rakete in die Unendlichkeit des Universums auf, eine Avocado begleitet ihren Flug. […]
[…] Gabriele Schöne ist eine erfolgreiche „Bilderjägerin“. Sie findet ihre Früchte in der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte und lässt sie auf der Leinwand zu einem farbenprächtigen Paradiesgarten heranwachsen. Ihre Bilder erzählen von selbstbewußten Frauen und lassen – wie schon Eva im Garten Eden – „in eifriger Erwartung auf eine neue Zukunft“ blicken.

(Aus Dominique Cromes’ Textbeitrag „Einblick in Evas Garten“)