Nicht so nahe!
Ulrike Schmitzer, Antonia Autischer
ISBN: 978-3-99126-270-1
24,5×17 cm, 48 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover + Beil.: Memory-Spiel (2 Ausschn.-Bögen)
20,00 €
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Kurzbeschreibung
Koko zieht sich lieber zurück, als auf dem Spielplatz Lärm und Berührung ausgesetzt zu sein.
Erst als die Katze Blu auftaucht und selbstbewusst ihre Wünsche äußert – nämlich nicht berührt zu werden – merkt sie, dass es ok ist anders zu sein.
Und sie erkennt, dass sie durch ihre Sensibilität viele andere, besondere Qualitäten hat.
[Text: Ulrike Schmitzer |
Illustrationen: Antonia Autischer]
Rezensionen
Gerhard Einsiedler: [Rezension]Ein grandioses Bilderbuch über eine Katze, die es nicht mag, wenn ihr andere zu nahe an den Pelz rücken. Ein ganz besonderes Kinderbuch, das das wichtige Thema der eigenen Grenzen mit unglaublich viel Feingefühl und kindgerechter Sprache vermittelt. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet – in jedem Detail steckt Herz, und genau das spürt man auf jeder Seite. Neugierig geworden? Dann ab ins Buch!
Die löwengelbe Katze Koko schleicht sich in der Nacht auf den Spielplatz, „wenn alle schlafen und der Mond scheint“. Sie fühlt sich pudelwohl (ja, das können Katzen auch. Dem Pudel sei Dank!), sie klettert, rutscht, springt und hat Spaß: „Koko ganz allein. Juhuuu!“. Wenn sie allerdings am nächsten Morgen das Quietschen des Tors zum Spielplatz hört, weiß sie: Die Tierkindergruppe ist da. Der Löwe brüllt. Die Affen balgen sich und kreischen. Der Elefant setzt sich in die Sandkiste und trompetet. Der Tiger läuft mit der Giraffe um die Wette zur Rutsche. „Komm. Rutsch doch mit uns“, rufen die Affen. Koko möchte gerne mitspielen. Sie nimmt ihren ganzen Mut zusammen und probiert es. Doch sie bemerkt: Alles ist ihr viel zu nahe – und sie schleicht sich traurig davon und klettert auf den Baum.
Da taucht eine große blaue Katze auf: „Weg da! Nicht so nahe!“, sagt sie selbstbewusst und laut. Alle machen Platz. „Weißt du, Blu mag nicht, wenn man ihr zu nahekommt“, sagt der Affe, der jetzt auf dem Ast über Koko Platz genommen hat. Und Koko beobachtet. Sie schaut den anderen eigentlich gerne zu. Sie bemerkt, wie Blu in ihrem Element ist und Spaß mitten in der Tierkindergruppe hat. Jetzt erkennt sie: Es ist gut, seine Wünsche zu äußern. Und es ist okay, anders zu sein! Und sie erkennt, dass sie viele andere, besondere Qualitäten hat. Ja, Koko ist zum ersten Mal stolz, ein bisschen anders zu sein als die anderen!
Manche der Doppelseiten sind fast wie Wimmelbilder – findet ihr auch zwei kleine, im Text niemals erwähnte Tiere, die auf jener Doppelseite abgebildet sind, bevor die Geschichte beginnt? Und zum Buch gibt es noch zwei Ausschneidebögen mit einem Tierbilder-Memory – wobei die Bildpaare nie ganz gleich sind, was noch einmal zum genaueren Schauen anregt.
Dieses Bedürfnis, nicht bedrängt zu werden, kennt ihr vielleicht. Jede und jeder braucht eigene Grenzen, die eben durchaus unterschiedlich sein können. Gut, wenn ihr es nicht nur spürt, sondern den anderen auch sagen oder zeigen könnt. Und lasst euch dabei nicht entmutigen! Auch wir Erwachsene sind darin keine Weltmeister.
Die Begeisterung des Rezensenten jedenfalls ist riesengroß– ja grenzenlos! Ein echtes Herzensbuch, das sowohl zum Nachdenken als auch zum Immer-Wieder-Anschauen einlädt. Danke an das Autorinnenpaar Schmitzer/Autischer und an den im niederösterreichischen Weitra beheimateten Verlag Bibliothek der Provinz. Ein ganz besonderer Verlag, wie der Rezensent meint. Es lohnt sich seiner Meinung nach, auf der Homepage zu stöbern […].
(Gerhard Einsiedler, Rezension für Natur.Werk.Stadt, online veröffentlicht am 17. November 2025)
https://naturwerkstadt.at/wp-content/uploads/2025/11/Rezension-Nicht-so-nahe.pdf