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Der Dunkelsteinerwald

Mosaik einer Landschaft

Anne Liese Cerveny, Wilhelm Cerveny

ISBN: 978-3-85252-372-9
24,5 x 28,5 cm, 200 S., überw. Abb.: vierf., graph. Darst., Kt., Hardcover m. Schutzumschl.; 3., erw. u. korr. Aufl.
€ 40,00
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Kurzbeschreibung

Heimatbücher gibt es viele – die meisten versuchen mit einer möglichst umfassenden Dokumentation von Zahlen und Daten den Begriff Heimat zu erfassen.
Prof. Cerveny ist es gelungen, Heimat und ihre Geschichte eindrucksvoll darzustellen als das, was es ist: ein vertrautes Gefühl der Zugehörigkeit. Die Liebe zur Heimat geht aus diesem Werk klar hervor.
Ich freue mich, Prof. Cerveny, einem Mitbürger unserer Gemeinde, zu diesem Werk gratulieren zu dürfen. Es ist ein »Muß« für jeden, der in der Heimat DUNKELSTEINERWALD lebt, eine Einladung an alle anderen, dieses Gefühl HEIMAT mit uns zu teilen und darüber hinaus eine Möglichkeit, sein Wissen darüber beträchtlich zu erweitem.

(Walter Waldbauer)



ÖSTERREICH, NIEDERÖSTERREICH UND DER DUNKELSTEINERWALD

Das Landschaftsgebiet zwischen den Städten Krems, Melk und St.Pölten ist der Dunkelsteinerwald. Es liegt im Herzen von Niederösterreich, ist ca. sechzig Kilometer von Wien entfernt und größenmäßig sehr gut mit der Bundeshauptstadt vergleichbar: Diese ist 415, der Dunkelsteinerwald 426 Quadratkilometer groß. Das Waldviertel, mit dem er häufig gleichgesetzt wird, ist zwölfmal so groß und liegt nördlich der Donau, der Dunkelsteinerwald südlich. Seinen Namen hat das Gebiet von einem anthrazitgrauen Gestein – dem Amphibolit. Geologisch gesehen ist der Dunkelsteinerwald die Fortsetzung der Böhmischen Masse südlich der Donau, jedoch ohne jedes Vorkommen von Granit. Die Begrenzungslinien sind gut erkennbar: Die Donau im Norden und Westen, die Abstufung zum Traisental im Osten und die Bundesstraße 1 im Süden. Der Mühlberg im dicht bewalde­ten ­nördlichen Teil ist mit 725 Metern die höchste Erhebung; der namensgebende Berg, der Dunkelstein im Süden, ist hundert Meter niedriger. 158 Dörfer, Märkte und Weiler liegen verstreut in schützenden Tälern, Mulden oder Beckenlandschaften bzw. auf den gerodeten Hochflächen des Gebietes. Das ganz Besondere daran ist die Tatsache, daß nahezu alle Orte entlang ehemaliger römischer Wegetrassen gegründet wurden, denn der Limes (römische Reichsgrenze im Norden) mit seinen Wehr- und Wachtürmen entlang der Donau im heutigen Gebiet der Wachau konnte nur über die Höhen des Dunkelsteinerwaldes erreicht und versorgt werden (…). Aus diesem Grund bauten die römischen Besatzer Straßen, die das gesamte Gebiet des Dunkelsteiner­waldes durchzogen, auch in der nachfolgenden Zeit benützt wurden und an bestimmten Stellen die Menschen des Mittelalters bewogen, sich hier anzusiedeln. Diese Stellen sind heute fast alle Orte des Dunkelsteinerwaldes. Verkehrsmäßig wurde der ­Dunkelsteinerwald ausreichend erschlossen. Gut ausgebaute Haupt- und Nebenstraßen, die Bahnlinie Krems–St.Pölten, zwei Anlegestellen für Personenschiffe, zwei Rollfähren und eine Überfuhr auf der Donau gewährleisten einen guten Zugang zu dem Gebiet.

Industriegebiet ist der Dunkelsteinerwald keines; einige Klein- und Mittelbetriebe erzeugen Produkte, die teils in Österreich, teils im Ausland abgesetzt werden (Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte der Firmen Hauer und Kirchner, Feuerfestbeton der Firma FrIx, Keramikfaserformen der Firma Alfatec und Zuschlagstoffe und Sicherheitseinrichtungen für Gießereibetriebe der Firma Silmeta). Ein sehr großer Steinbruch (Wanko bei Göttweig) beliefert Straßen-, Gleis- und Uferbaustellen in ganz Nieder­österreich mit dem Granulitgestein des Dunkelsteinerwaldes. Die Menschen sind z.T. Landwirte, sehr oft Neben­erwerbsbauern, oder arbeiten als Forstarbeiter, Hilfs- oder Facharbeiter in den verschiedenen Betrieben bzw. als Bürokräfte in den nahen Städten. Wie alle Gebiete Österreichs war auch der Dunkelsteinerwald sehr früh besiedelt, was einerseits Gräber und Funde, andererseits Wegetrassen und Kultstätten belegen. Der Landschaftscharakter des Dunkelsteinerwaldes ist nicht einheit­liches Waldgebiet, sondern weist die vielfältigsten Oberflächenformen auf: freie Felder und Wiesen auf flachen bzw. hügeligen Böden wechseln mit terrassenartig angelegten Anbaugebieten, auf denen in tieferen Lagen auch Wein wächst. Der Waldbestand setzt sich aus fast allen Baumarten zusammen, die wir in Österreich kennen: Fichte, Tanne, Buche, Eiche, Lärche, Birke, Ahorn, Kiefer und Robinie. In einigen Forstgärten wird in jüngster Zeit auch die Sequoia* – der Mammutbaum – für Zierzwecke heran­gezogen und an Inter­essenten verkauft, und in so manchem Garten im Dunkelsteinerwald überragt dieser Baum schon jetzt alle anderen Gewächse…