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Veranstaltungen

Ausstellung »Und draußen ist die Welt« mit Kinderbuchillustrationen von Manfred Schlüter auf Schloss Raabs

Do 26. Mai 2022 um 11:00 bis So 28. Aug 2022 um 17:00


Ort:

Schloss Raabs
Oberndorf bei Raabs 1
3820 Raabs an der Thaya

Kurzbeschreibung

Ausstellung
»UND DRAUSSEN IST DIE WELT«
Kinderbücher & Kinderbuchillustrationen

von
MANFRED SCHLÜTER

Eröffnung: Donnerstag, 26. Mai 2022, 11.00 Uhr
Schloss Raabs, Oberndorf bei Raabs 1, 3820 Raabs an der Thaya

Dauer der Ausstellung: 26. Mai bis 28. August 2022
Öffnungszeiten: samstags, sonn- und feiertags, jeweils 10.00–17.00 Uhr


MANFRED SCHLÜTER: geboren 1953, lebt in Hillgroven, einem Dorf an der Nordsee. Dort schreibt er Gedichte und Geschichten. Oder er malt Bilder für Bücher. Und wenn die Flut es gut mit ihm meint, schwemmt sie Holz und andere Schätze an den Deich. Daraus baut er Objekte.
Manfred Schlüter erlernte den Beruf des Tiefdruckretuscheurs in Itzehoe, studierte Grafik-Design in Hamburg. Manfred Schlüter lebt seit 1978 in Hillgroven in Dithmarschen, wo er von 2013 bis 2018 auch Bürgermeister war.
Seit 1979 fertigt er Bilder für Bücher. Er hat Texte von Michael Ende, Boy Lornsen, Achim Bröger und anderen illustriert. Seit 1991 veröffentlicht er eigene Gedichte und Geschichten. Bücher mit seinen Bildern und Texten sind in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, in den Niederlanden, in Großbritannien, Frankreich, Japan, China, Taiwan und Südkorea erschienen und wurden mehrfach ausgezeichnet. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zur Kinder- und Jugendliteratur erschienen u. a. bei Oetinger und im Thienemann Verlag. Seit 2013 legt er auch Neuausgaben vergriffener Titel in der Edition Gegenwind vor.
1983 wurde ihm der Friedrich-Hebbel-Preis zuerkannt, 2008 der Friedrich-Bödecker-Preis und 2017 der Kulturpreis des Kreises Dithmarschen Zudem erhielt er Auszeichnungen der Stiftung Buchkunst sowie der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach.
Hinter seinem Witz, seiner Poesie, seiner Pfiffigkeit, manchmal seiner Skurrilität taucht oft eine Weisheit auf. Die kommt aber nicht erzieherisch daher, sondern fast nebenbei. Trotzdem ist sie präsent und macht seine Bücher zu ambitionierten Büchern. Kinder und Erwachsene können seinen Bildern und Texten etwas entnehmen, was sie für sich verwenden können. In seinen Arbeiten werden wichtige Grundhaltungen deutlich. Manfred Schlüter ist kein Lehrer, aber lernen kann man viel von ihm.
„Ich erzähle meine Geschichten in Wort und Bild und zeichne auch vor Ort, lese und spiele und beziehe mein junges Publikum mit ein. Die gemalten Bilder lasse ich nach der Lesung als Geschenk zurück. So entstehen während meinen Lesungen Bilderbuch-Geschichten. Auch das Thema, wie man von der Idee zum gedruckten Buch kommt, erläutere ich den Kindern.“


AM ANFANG, SAGTE DER APFEL
„Am Anfang, sagte der Apfel, am Anfang war ein Kern. Ein winzig kleiner Kern. Der schwebte irgendwo im weiten Weltenraum und platzte eines Tages. Ein zartes Grün spross. Das reckte sich und streckte sich.“
„Am Anfang sagt …“ heißt es zu Beginn jedes Gedichts, das uns die Entstehungsgeschichte von A wie Apfel bis Z wie Zettel vorstellt. In dieser ungewöhnlichen Sammlung an Schöpfungsgeschichten erzählen sowohl Tiere als auch Pflanzen, Gegenstände und Buchstaben ihre jeweils eigene Sicht vom Anfang, davon, wie alles begann.
Warum ist die Welt so, wie sie ist? Oder warum sehen wir die Welt so, wie wir sie sehen? Darauf gibt es verschiedene Antworten aus den Bereichen der Wissenschaft und der Philosophie. Manfred Schlüter hat versucht, diese verschiedenen Betrachtungsweisen und Erkenntnismöglichkeiten auf poetische Weise zum Ausdruck zu bringen.
Für den Apfel liegt der Anfang seiner Entstehung im Kern, für den Denker in Fragen, für den Kuss im Gefühl und für den Ofen in der Kälte. Am Anfang des Regenbogens war Sonne oder Regen. Der Joker erklärt „Am Anfang ging alles schief“ und das Lied stellt die Stille an den Anfang des Seins. Als letzter kommt der Zettel an die Reihe: „Am Anfang“, sagt er, „am Anfang war alles weiß. So wie ich.“
Außer einer gemeinsamen für X und Y gibt es für jeden Buchstaben des Alphabets eine Seite und daneben teils plakative, teils witzige, kommentierende Farbillustrationen, die über eine ganze Seite gehen und genauer betrachtet werden sollten.
Der Autor nimmt alle mit auf seinen fantasievollen Gedankenspielen, die zusammen mit seinen Zeichnungen einen anarchischen Humor aufweisen, der Kinder und Erwachsene jeden Alters anspricht. Ganz am Ende regt er mit seinem „und Du?“ die Leser dazu an, über die eigenen Vorstellungen nachzudenken, das Selbstverständliche und das Anderssein wahrzunehmen.
Ein wunderschönes Geschichtenbuch für jedes Alter zum gemeinsamen oder einsamen Lesen, zum Nachdenken und Diskutieren oder ganz einfach nur zum Träumen und Ausdenken neuer Schöpfungsgeschichten und neuer Sichtweisen.
Manfred Schlüter, 1953 geboren, hat nach einer Lehre Grafik-Design studiert. Seit 1980 zeichnet er Bilder für Bücher, seit 1991 schreibt er auch Texte zu seinen Illustrationen. Er hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, unter anderem von der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach.
Wir empfehlen das Buch „Am Anfang, sagte der Apfel“ für Kinder ab 6 Jahren und für alle Altersgruppen.


DER KLEINE HERR JEMINE
Kann ein Bilderbuch die Welt erklären? „Der kleine Herr Jemine“ kann das. Er schafft sich seine Welt, irgendwo draußen auf seinem Planeten. Erst ein Haus, ein Bett, dann einen Stuhl, einen Tisch, einen Schrank. Schließlich baut sich der kleine Herr Jemine ein Auto, um auf seinem Planeten umherzufahren, dazu eine Straße, eine Tankstelle, ein Flugzeug, eine Start- und Landebahn – bis sein Planet voll, übervoll ist. Auch sein Kopf. Dunkel und wie ein böser Traum. Weder beten noch schreien können ihn befreien. Handeln! Das ist die Lösung. Und so baut der kleine Herr Jemine alles wieder ab und zurück. Nur sein Haus behält er, um gemütlich das Leben zu leben und so beglückt zu singen und seinen Blumen und Bäumen Geschichten zu erzählen: „Endlich glücklich.“
Sein Name ist Programm: Herr Jemine – gekürzt aus „Herr Jesus domine“. Doch nicht wie es im Johannesevangelium heißt: Im Anfang war das Wort, sondern: Im Anfang war die Tat. So erschafft der Herr in diesem nachdenklichen Bilderbuch seine Welt, alles für sein Wohlbefinden. „Er baute und baute …“ Bis eines Tages sein ganzer Planet voll und schwer und schwarz ist, bewusst von Manfred Schlüter in der Buchmitte ins Bild gesetzt. Sein Planet ist rundherum mit Häusersilhouetten bestückt. Selbst sein ständiger Begleiter, der Vogel, flattert schwarz außerhalb seines Landes. Lediglich noch der kleine Herr Jemine, farbig, und vier Buchstabenblätter sind sichtbar: O + W + E + h.
Der Mensch hat hier in seiner Hybris, gottgleich zu sein, gewirkt und alles nach seinem Willen erschaffen. Ja, er trägt sogar dessen Namen, zwar sicherheitshalber nur in abgeleiteter Form, denn ansonsten könnte es einen Konflikt mit dem Kirchengebot geben. Doch zugleich mutet dieser Name an wie eine Beschwörungsformel: Ich mache mir meine Welt! Das ist sichtbar und fühlbar eine Fehleinschätzung. Moses lässt in der Schöpfungsgeschichte Gott am 7. Tag erkennen: Und Gott sah, dass es gut war. Als Herr Jemine sieht, was er sich erschaffen hat, verzweifelt er zutiefst. Das ist sein Wendepunkt. Er besinnt sich auf sich selbst: sein Haus mit Tisch und Stuhl und Schrank und Bett. Glücklich sein mit Blumen und Bäumen und Geschichten.
Manfred Schlüter scheut sich nicht, das in Bildern und Texten zu dokumentieren. Eindrucksvoll zeichnet er das Wesentliche bis ins Detail mit zarten Farben. Plakativ füllt er jede Doppelseite mit dem Geschehen. Und bei den Texten orientiert sich Manfred Schlüter sprachlich an den kindlichen Wahrnehmungs- und Lernfähigkeiten. Insbesondere durch den sinnbezogenen Flattersatz, bei dem in jeder Zeile nur das steht, was inhaltlich zusammengehört, können auch die Kinder, die mit dem Lesen beginnen, nach und nach selbstständig den Inhalt erlesen. Darüber hinaus bieten sich die Bilderbuchepisoden an, sie als Ensemble szenisch zu gestalten. Hilfreich ist dabei eine theaterpädagogische Begleitung. Pars pro toto. Im Einzelnen spiegelt sich das Ganze. So angeleitet erleben und erkennen Kinder ab dem Kita-Alter bis in die ersten Schuljahre das Geschehen und die Botschaft deutlich und innig.


NA DU?
Warum verzaubert uns Manfred Schlüter mit seinen Erzählgedichten?
Einerseits kommen die dreiunddreißig Stücke großspurig wie biblische Weissagungen daher. Dann wieder feiern sie das ganz Kleine, das uns zu Menschen macht: den Lieblingsbleistift, den Schnupfen, den kleinen Grashalm. Wendungen wie „als mich die Welt kennenlernte“ drehen die Perspektive – das Kleine wird groß.
So ist Schlüter ein Schöpfer im besten poetischen Sinne.
Mit seinen Illustrationen bietet er uns zudem einen Text/Bild-Abgleich an, der das Geschriebene mit einem feinen Mehrwert umcirct, so dass man es immer wieder neu und anders lesen kann.

Der Untertitel „Dreiunddreißig winzige Geschichten zum laut und leise Lesen, zum Nach- und Weiterdenken, zum Innehalten“ gibt bereits vor, wie vielfältig die kleinen Texte für kleine, aber auch große Leser zu nutzen sind. Um die Ecke denkend, poetisch, witzig oder auch mal nur albern, will man die Zeit gar nicht vertreiben, die man mit dem Buch verbringen kann.
Der Clou aber ist, dass Manfred Schlüter nun selbst das großformatige Buch mit wunderschönen, den Text farbenprächtig weiterführenden Bildern ausgestattet hat. Dieses Buch von Manfred Schlüter ist einmal mehr ein echter Freudebringer für klein und groß!


GURUKU GUGUKURU
Schlüter illustriert seine kurzen Erzählungen oder Lautgedichte selber, denn wer könnte das besser als er als Autor, der mit seinen Zeichnungen den Inhalt erweitert oder den Witz oder die Skurrilität erst dingfest macht.
Schlüter gibt auch ganz offen zu, dass er bei Erich Fried, Christian Morgenstern oder Joachim Ringelnatz sich Anleihen nahm. Das tut natürlich den Inhalten und Ausführungen keinen Abbruch, sind doch Anklänge an diese Autoren doppelt kauzig oder originell ausgefallen.
Hat die Katze einen Sprachfehler, ist der Ochse besonders wissbegierig oder schwimmt das kleine Pfeilchen gegen den Strom – so ist dies immer ein paar poetische, fantasievolle Zeilen wert!
Philosophisches findet sich natürlich auch verpackt, S. 66 mit offenem Schluss, unter dem Titel: Später: Ich bin klein/Bald bin ich groß./Und in tausend Jahren bin ich tot./Wo bin ich, wenn ich nicht mehr bin?/Vielleicht flieg ich mit den Wolken/übers Meer. Hin und her./Vielleicht tanz ich mit dem Wasser/in Flüssen und Seen. Schön!/Vielleicht leb ich im Laub der Bäume./Im Staub. Im Traum der Träume./Im Wind. Im Sturm./Vielleicht bin ich ein Regenwurm./Vielleicht bin ich ein Gedicht./Vielleicht auch nicht./vielleicht bin ich ganz einfach weg./Anderswo. Irgendwo./Nirgendwo?
Es tut sich ein wundersames Sammelsurium an sprechenden Dingen oder Tieren auf, die die Welt und die Gedanken der LeserInnen oder ZuhörerInnen weiter bevölkern!
Alles in allem ein wundersames Büchlein mit bizarren Kindertexten, die ständig überraschen und schmunzeln lassen!


UND DRAUSSEN IST DIE WELT
In 110 Arbeiten wirft der Künstler und Schriftsteller Manfred Schlüter einen Blick auf seine norddeutsche Heimat.
Er wildert in den Werken älterer Meister und Meisterinnen, entwendet das eine oder andere Detail und pflanzt es in die karge Landschaft unter diesem endlos weiten Himmel.
Er bearbeitet die Szenerie mit Stiften und Kreiden, nutzt die Technik der Collage und findet Worte und Sätze, die das Geschehen literarisch begleiten.

Draußen,
sagte der Kerl von der letzten Seite,
draußen, da ist die Welt.
Und bislang, sagte der Kerl, habe er
Hochdeutsch geschrieben auf dieser letzten Seite.
Aber nun … nun, wo es zu Ende gehe,
wo dieses Heft das letzte sei,
nun wolle er doch mit anderen Worten den Weg suchen,
den Weg nach draußen, raus aus diesem Labyrinth,
denn draußen, sagte er, draußen sei die Welt,
immer noch, mit Engeln und Teufeln,
mit Scheiß und Dreck und Wunderwerk,
und das werde auch so bleiben,
mit und ohne uns Menschen …



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