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Veranstaltungen

Musikalisch begleitete Lesung von Michael Stührenberg auf Schloss Raabs

So 24. Jun 2018 um 16:00 bis So 24. Jun 2018 um 19:00


Ort:

Schloss Raabs, Großer Rittersaal
Oberndorf bei Raabs 1
3820 Raabs an der Thaya

Kurzbeschreibung

»Papageno im Paradies – Das Dorf der Barock-Indianer«
Sonntag, 24. Juni 2018, 16 Uhr
Schloss Raabs, Großer Rittersaal, Oberndorf bei Raabs 1, 3820 Raabs an der Thaya



Texte: Michael Stührenberg. Musikalische Gestaltung: Heidi Litschauer

Das Thema dieser musikalisch begleiteten Lesung sind zwei Reportagen aus Südamerika. Beide handeln von indigenen Völkern und ihrem Umgang mit überwiegend klassischer Musik. Es sind Geschichten von Fortschritt und Wundern, von individuellem Selbstwertgefühl und sozialer Integration.

Das Dorf der Barock-Indianer heißt die erste Reportage. Sie spielt in Urubichá, einem Dorf im bolivianischen Amazonas-Gebiet. Die Bewohner, 4500 Indianer vom Stamme der Guarayo, leben in Hütten ohne Strom und fließend Wasser. Andererseits jedoch verfügen sie über ein Philharmonie-Orchester, das meisterhaft Bach, Telemann, Vivaldi interpretiert. Sie sind die Erben einer Gruppe von Jesuiten, die anno 1691 in den Busch des Nuevo Mundo zog, um dort „Wilde“ mithilfe von sakramentaler Musik zum Christentum zu bekehren.

Papageno im Paradies, die zweite Reportage dieses Abends, erzählt die Geschichte des Wiener Kammersängers Christian Boesch. Der ehemalige Star-Bariton, heute 77 Jahre alt, gelangte einst als „Papageno“ in Mozarts Zauberflöte zu Ruhm. 1986 begann er ein zweites Leben als Landwirt im südchilenischen Araukanien, einer Region mit schneegekrönten Vulkanen und glasklaren Seen. Hier leben seit jeher die Mapuche. Das Indigenen-Volk, unbezwingbar für die spanischen Konquistadoren, findet heute nur schwer Zugang zur modernen Gesellschaft. Die von Christian Boesch gegründete „Musikschule Papageno“ versucht, Mapuche-Kindern durch Musizieren ein höheres Selbstwertgefühl zu geben und ihnen den Weg in die soziale Integration zu ebnen.

Zu den Akteuren:
Der in Paris lebende Weltreporter Michael Stührenberg ist Lesern vor allem durch seine fast 150 Reportagen für das Magazin GEO bekannt. In seinem jüngsten Buch Das Dorf in Deinem Kopf präsentiert er eine Auswahl seiner Lieblingsreportagen noch einmal in einem neuen Licht, nämlich als „Dorf-Geschichten“ weltweit – in der Sahara-Wüste, im Dschungel von Kolumbien und Laos, auf winzigen Inseln im Pazifik, in der Karibik, im Tschadsee etc. Gewidmet sind diese Reportagen seinen drei in Paris geborenen und aufgewachsenen Kindern, mit denen der Autor, der aus einem kleinen Dorf am Teutoburger Wald stammt, in diesem Buch einen regen Briefwechsel zu dem Thema ‚Dörfler in einer urbanisierten Welt’ führt.

Rafael Stührenberg, Sohn des Autors, wird als engagierter Gastleser auftreten. Sein Deutsch hat er vor allem in Wien gelernt, wo er drei Jahre als Sprachassistent am Stubenbastei-Gymnasium beschäftigt war. Derzeit unterrichtet Rafael als Französischlehrer in Tallinn, Estland.

Heidi Litschauer war u.a. Mitglied des Wiener Flötentrios, Gründungsmitglied des Streichquintett Mozarteum und Solocellistin der Camerata Academica Salzburg. Neben zahlreichen Meisterkursen in der ganzen Welt betreut sie auch die Camerata Pagageno. Gemeinsam mit Tünde Kurcz am Klavier wird sie Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Sergei Rachmaninoff und Gabriel Fauré zur Aufführung bringen.

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