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Veranstaltungen

Ausstellungseröffnung von Tone Finks „farb.bekenner – linien.strichler“ in der Galerie Hrobsky in Wien

Sa 08. Dez 2018 um 11:00

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Ort:

Galerie Ulrike Hrobsky
Grünangergasse 6
1010 Wien
Tel.: +43 1 513 7676 | E-Mail: office@galerie-hrobsky.at


Abbildung: SPITZBALKENMUSTER, 2016, altes papier, 63,5 x 46,5 cm, blei-kohle-buntstift, tabakaquarell, Foto: Günter König

Kurzbeschreibung

Ausstellung: Tone Fink, „farb.bekenner – linien.strichler“
12. Dezember 2018 – 26. Jänner 2019
Galerie Ulrike Hrobsky, Grünangergasse 6, 1010 Wien
Eröffnung: Samstag, 8. Dezember 2018, 11.00 Uhr
Zur Ausstellung spricht: Mag. Carl Aigner (Museum Niederösterreich)
Der Künstler ist bei der Eröffnung persönlich anwesend!


Tone Fink: Geboren 1944, in Schwarzenberg, Vorarlberg.
Anton „Tone“ Fink studierte zwischen 1968 und 1973 an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei und Grafik bei den Professoren Maximilian Melcher und Max Weiler. 1985 Gründungsmitglied der österreichische Trickfilm-Gesellschaft ASIFA AUSTRIA. Er hat Lehraufträge an der internationalen Sommerakademie für bildende Künste in Salzburg und Traunkirchen (OÖ).
Er lebt und arbeitet heute in Wien, Fussach (Vorarlberg) und Schattendorf (Burgenland).

Tone Fink ist Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler, sohin seriöser Künstler und Kunstfigur in einer Person. Tone Finks Aktionsradius entzieht sich damit jeder Kategorisierung. Der gebürtige Vorarlberger, der an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei und Grafik studierte, bewegt sich virtuos quer durch die verschiedenen künstlerischen Gattungen und Techniken. Das Medium Zeichnung zieht sich wie ein roter Faden durch Tone Finks Werk. Seine Zeichnungen entstehen spontan und ungeplant, direkt und unmittelbar. Sie sind Ventil für seinen Schaffensdrang und dienen der Ideenfindung für Performances und Objekte. Voller Witz und Ironie, geben sie Einblick in den persönlichen Kosmos des vor Energie sprudelnden Künstlers, dessen überbordende Kreativität und Fantasie auch in seiner Vorliebe für Wortspiele und Wortschöpfungen zum Ausdruck kommt. Sein Werk überrascht ebenso durch die Kreativität der Formfindungen wie durch die kommunikative, den Betrachter direkt ansprechende und zur Mitwirkung auffordernde Qualität.

„Kunst ist auch eine Wiederentdeckung der Kindheit“
„denn die tiefe und fatale Fallgrube in der bildenden Kunst und im Leben ist die Abhängigkeit vom Intellekt statt von der Eingebung“.

Für Tone Fink stellt es ein zentrales Motiv in seinem so vielfältigen und oft auch so verwirrenden Lebenswerk dar. Oder wie der jahrzehntelangen Leiter des Heidelberger Kunstvereins, Hans Gercke, sehr treffend formulierte: „Tone Fink kramt in den bizarren Wunderkammern seiner katholischen Vergangenheit mit ihrem heidnischen Bodensatz, ihrer verdrängten Sexualität, den lustvoll katalogisierten Sünden und Strafen, felix culpa, sieben Schmerzen, glorreiche Wunden, kostbares Blut, süßes Herz Jesu, Fronleichnam, Karneval, Tod und Teufel.“ So spannt sich der Bogen seiner von seinen frühen Arbeiten der „Ministrantenkunst“ (über Nitsch bis zu den Gedichten von Peter Turrini) über seine Schaffensphase der sogenannten „Papierverletzungen“, weiter hin zu den phantastischen Objekten mit ihren sinnlich-haptischen „neominimalistischen“ Elementen, bis hin zu (be-) nutzbaren Sitz- und Schrankmöbeln.

Eines seiner zentralen Anliegen ist die Erweiterung des Kunstbegriffes, wobei er die unterschiedlichen Formen traditioneller Kunstgattungen spielerisch miteinander verbindet – Zeichnungen werden raumgreifend zum Objekt, zum Film und zur Performance erweitert. Grafik und Skulptur kombinierend, schafft er seit vielen Jahren Papierskulpturen. (so machte er sich 2011 in der Arbeit „Tone mit Krone im Papiergewand“ selbst zum skulpturalen Papierobjekt – „Tone Fink als Kunstfigur“).

Wenn Tone Finks Werk, ausgehend von den sogenannten „Papierverletzungen“, von fast schon gewalttätigem Umgang mit dem Medium Papier zeugt; denn er zerkratzt, zerreißt, durchlöchert es, kurz: er fügt ihm Wunden zu, dann zeigen seine Buchproduktionen einen ganz anderen, sehr feinfühligen Umgang auf. Nichts mehr davon, wie es Jan Tabor (Publizistikpreis Wien, 2011) beschrieb: „Einem surrealistischen Sanitäter gleich verarztet er die Wunden, klebt er die Löcher wieder zu oder lässt sie in Ruhe. Aus den Fetzen und Abrissen klebt er neue Gestalten zusammen.“

Vielmehr weiß derselbe Kommentator über sein Buch „Weissblech“ zu formulieren: „Die Üppigkeit des barocken Mysteriums wird von Tone Fink auf Fragment und Andeutungen reduziert, das Apokalyptische schlägt häufig ins Paradiesische um, die Ambivalenz der Sinnbilder aber bleibt bewahrt.“

Tone Fink produziert und publiziert im Übrigen seit den 1980er Jahren Bücher, oft in kleinteiliger, dennoch spontaner Zeichnung, über mehrere Monate hinweg. Diese übermalt er auch gerne, wie zuletzt etwa bei „Erotone Leibesübung“ (2008) oder dem „Tapiesbuch“ (2008 – dafür überarbeitete er eine Monografie des katalanischen Künstlers Antoni Tapies). Und auch hier zeigt sich das breit gestreute Interesse des Künstlers, was die Themen seiner Zeichnungen, zum Beispiel Botanik und Erdgeschichte, wie in seinem Buch „Sehstücke“ behandelt, betrifft.

Katalogpräsentation: „mono.tone“
Neue und alte feinzisellierte fast nur schwarzweiße Strichzeichnungen mit lichten und schwebenden Flugwesen. Körper- und Landschaftsanspielungen, in weißlichen Tönungen (mit Durchsicht und Einsicht) grafisch grüblerisch.
Gedichte_Max Lang | Grafikdesign_Kurt Dornig

[Ankündigung: KunstNET Österreich (>)]



Demnächst erscheinen im Verlag Bibliothek der Provinz:

Tone Fink
Face to Face
4 Notizbücher
21 x 15 cm, 4 Hardcoverbände zu je 144 Seiten, je Band 24 €
alle vier Bände in einem Schuber 80 €
Band I ISBN 978-3-99028-780-4
Band II ISBN 978-3-99028-781-1
Band III ISBN 978-3-99028-782-8
Band IV ISBN 978-3-99028-783-5
Bände I–IV im Schuber 978-3-99028-765-1

Die Sprache, die eigentlich ein sperriges Gut ist, deren Grammatik und Formregeln, das Sensuelle nicht selten spröde versachlichen, erweist sich in seinen Texten als dehnbar und achtsam genug, um dem Nebensächlichen und Unbeachteten eine Stimme und literarische Entfaltung zu geben. Die Dinge über ihre Nähe zu Wort kommen zu lassen, das ist Handkes große Kunst. Sie nährt sich über die Zeit, verlangsamte Erfahrung und über immer neue Anfänge. Und manchmal bin ich sogar bereit, Zumthors Hinweise auf Adalbert Stifter nachzugehen. Ein Ratschlag, dem ich nur widerwillig nachkomme, weil Stifter das Einfache heiligt und den Jargon der Eigentlichkeit m. E. zu weit treibt, aber ein Ratschlag, den auch Handke gibt, auf seinem Weg, den Phänomenen, die kleinste Atmosphären und empfindliche Wirkungsinseln sind, gerecht zu werden. Es seien die dunklen Flecken in ihm, Stifter, die zu seinen ersten Erinnerungen gehörten, sagt Handke. Diese Bemerkung über das Innere des Autors findet sich seinem Buch zu Cézanne „Die Lehre der Saint-Victoire“.
Stifter, der Stiftszögling, als jemand mit Untiefen. Dieser Gedanke passt besser zu meinem Bild von einem Autor des Biedermeier. Handke erzählt, wie sich der junge Maler Cézanne von seinem wohlhabenden Vater 1870 vom Kriegsdienst im deutsch-französischen Krieg freikaufen lässt. Er geht nach L’Estaque, einem Ort in einer Bucht nahe Marseille, die heute industrialisierter Banlieu ist, damals aber ein verwunschenes Fischerdorf war. Cézanne gilt als der Maler, der die Farben an die Formen des Sichtbaren heftete und so ihre spätere Verselbständigung in der Moderne des 20. Jahrhunderts vorbereitete. Aber nicht nur das. Auch das Bild als konstruktives Gefüge, als Farbbauwerk, aufzufassen, gilt als seine Erfindung. Doch anfänglich sind seine Werke anders. „Die Bilder der Versteckzeit“ schreibt Handke, „waren fast schwarzweiß gewesen, hauptsächlich Winterstimmungen.“ Wer Cézanne studiert, – ich hatte letzte Woche in Karlsruhe bei einer Ausstellung die Gelegenheit – der findet aufwändige Studien, Zeichnungen und Aquarelle, deren Gemeinsamkeit das Annähern von den Rändern her ist. Kaum ist das Blockhafte zu sehen, von dem im Unterricht immer zu hören war. Im Gegenteil. Da ist ein Denken und Sehen von den Rändern her. Als müssten sich Striche vereinen und verengen, um einen Gegenstand zu umreißen. (…)
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